Rückkehr Befreite Ägypten-Urlauber in Deutschland gelandet

Die Odyssee hat ein Ende: Die fünf in Ägypten entführten deutschen Touristen sind wieder in ihrer Heimat. Am Morgen landeten die Urlauber auf dem Flughafen Berlin-Tegel.


Berlin/Turin - Die Freude ist groß: Die vor mehr als einer Woche in Ägypten entführten Deutschen sind wieder zu Hause. Die fünf freigelassenen Touristen trafen am Dienstagmorgen mit einer Maschine auf dem Flughafen Berlin-Tegel ein.

Die Gruppe wurde von hochrangigen Vertretern der Bundesregierung begrüßt. Bei den Deutschen handelt es sich nach Auskunft des Auswärtigen Amtes um eine 60-jährige Frau und einen 56- jährigen Mann aus Hessen, einen 37-jährigen Mann und eine 69-jährige Frau aus Baden-Württemberg sowie einen 65-jährigen Mann aus Berlin.

Unter den Heimkehrern befand sich auch die rumänische Touristin. Sie wurde im Flugzeug von ihrem Ehemann begleitet. Nach der kurzen Begrüßung am Flugzeug wurden die befreiten Geiseln ins Empfangsgebäude des militärischen Teils auf dem Flughafen Tegel gebracht. Dort sollten sie mit Angehörigen zusammentreffen.

Auch die fünf befreiten Italiener der Reisegruppe sind wieder in ihrer Heimatstadt Turin gelandet. Die Verschleppung in der Wüste bezeichneten sie als "sehr hart". Wasser und Lebensmittel seien stets rationiert gewesen. "Es gab einen Punkt, da dachten wir, das wäre das Ende für uns." Die Kidnapper sollen die Geiseln gezwungen haben, sich bei Tagestemperaturen von rund 60 Grad unter den Jeeps zu verstecken.

Eine 52-jährige Italienerin berichtete: "Die Entführer haben uns nie geschlagen, aber mit uns Frauen waren sie sehr streng. Wir mussten die ganze Zeit unser Gesicht bedecken und den Blick in Richtung Boden gesenkt halten." Die schlimmsten Momente hätten die Geiseln am vergangenen Samstag und Sonntag durchlebt. "Es kamen keine neuen Nachrichten und da wussten wir, dass die Verhandlungen ins Stocken geraten waren. Dies ist eine Erfahrung, die ich niemandem wünsche", sagte eine 70-jährige Italienerin.

Die insgesamt 19-köpfige Reisegruppe war am 19. September im ägyptisch-sudanesischen Grenzgebiet entführt und anschließend zwischen Ägypten, Libyen, dem Sudan und dem Tschad hin und her verschleppt worden. An der Befreiungsaktion in der Wüste im Tschad sollen etwa 30 ägyptische Spezialkräfte beteiligt gewesen sein.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mochte sich am Montagabend nicht zu den Details der Freilassung oder über mögliche Lösegeldzahlungen nicht äußern. Auch der italienische Außenminister Franco Frattini wollte keine Einzelheiten der Befreiungsaktion durch die ägyptische Spezialeinheit nennen.

ffr/ddp/dpa/AP

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