Russischer Vorschlag Gemeinsame europäische Raketenabwehr

In den vergangenen Wochen sorgten die amerikanischen Pläne zum Aufbau eines nationalen Raketenabwehrsystems (NMD) immer wieder für Aufregung. Jetzt hat Russland der Nato vorgeschlagen, bei der Raketenabwehr gemeinsame Sache zu machen.


Igor Sergejew: Neue Pläne zur Raketenabwehr
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Igor Sergejew: Neue Pläne zur Raketenabwehr

Moskau - Der russische Verteidigungsminister Igor Sergejew übergab Nato-Generalsekretär George Robertson am Morgen in Moskau entsprechende Dokumente, die auf eine Initiative von Präsident Wladimir Putin zurückgehen. Nach Sergejews Darstellung soll die europäische Raketenabwehr nicht strategisch sein.

Knapp zwei Jahre nach dem Nato-Einsatz in Jugoslawien, der zu schweren Spannungen zwischen Moskau und dem Bündnis geführt hatte, bewertet Sergejew das Verhältnis zwischen seinem Land und den Nato-Mitgliedstaaten als positiv. "Wir schauen mit Optimismus auf die Zukunft unserer Beziehungen", sagte Sergejew der Agentur Interfax.

In letzter Zeit war es immer wieder zu Spannungen zwischen den USA und Russland gekommen. Grund sind die amerikanischen Pläne zum Aufbau einer nationalen Raketenabwehr (NMD). Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte das umstrittene Projekt vergangene Woche in Schutz genommen und Moskau vorgeworfen, weltweit aktiv russische Raketentechnologie zu verbreiten. Die NMD-Pläne seien daher notwendig, um sich gegen die Bedrohung zu wehren, die von feindlichen Staaten ausgehe und von Russland gefördert werde.

Russland sieht in dem geplanten Raketenabwehrsystem eine Verletzung des ABM-Vertrags von 1972 und befürchtet eine Verschiebung des Machtgleichgewichts in der Welt. Auch China macht gegen die Pläne der USA Front. Die europäischen Verbündeten der USA stehen dem Vorhaben ebenfalls skeptisch gegenüber.



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