Russland-Besuch Stoiber lobt Putin, Putin lobt Stoiber

Christsoziale Invasion in Moskau: Russlands Präsident Putin hat den bayerischen Regierungschef Stoiber empfangen - der brachte seinen wahrscheinlichen Nachfolger Huber mit.


Moskau - Völlig überraschend nahmen an dem Treffen auch Wirtschaftsminister Erwin Huber und CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer teil. Bayerns Wirtschschaftsminister, designierter Nachfolger Stoibers als CSU-Chef, sagte dafür eine geplante Live-Schaltung vom russischen Kontrollzentrum ZUP zur Internationalen Raumstation ISS ab.

Stoiber bei Putin: Letzte Reise als Ministerpräsident
DPA

Stoiber bei Putin: Letzte Reise als Ministerpräsident

Huber war getrennt nach Moskau geflogen, wo er mit rund 70 bayerischen Unternehmern Wirtschaftsgespräche führte. Stoibers möglicher Nachfolger als CSU-Vorsitzender wurde als Wirtschaftsminister vorgestellt, der jedes Jahr mit einer Delegation nach Moskau reise. Ramsauer wurde von ihm dagegen als "wichtiger Player in der Bundesregierung" eingeführt. Daraufhin hätten sich Hubers Mundwinkel nach unten gesenkt, berichtet dpa.

Die Gesprächsrunde bei Putin war auf Wunsch der Staatskanzlei kurz vor dem Treffen erweitert worden. Stoiber wollte sich bei Putin für eine Verbesserung der abgekühlten Beziehungen zwischen Russland und Europa einsetzen.

Putin würdigte zum Auftakt Bayern und seine Großunternehmen wie Siemens als zuverlässige Wirtschaftspartner Russlands. Russland beobachte interessiert, was in Bayern vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht passiere, sagte Putin. Gut informiert zeigte sich der Staatschef auch über Bayerns Finanzen. Er lobte Stoiber dafür, dass Bayern als erstes Bundesland einen ausgeglichenen Haushalt vorgelegt habe. Bei Stoiber bedankte sich Putin für dessen "gewichtigen Beitrag" zur Entwicklung der deutsch-russischen Beziehungen insgesamt. Stoiber gratulierte Putin zur Wahl des Schwarzmeerkurortes Sotschi für die Winterolympiade 2014. Dies sei ein Erfolg Russlands und auch der persönliche Erfolg Putins, sagte Stoiber.

Putin hatte Stoiber im Februar zu einem Besuch nach Moskau eingeladen - damals war Russlands Staatschef in München zu Gast. Der Deutschland-Besuch des russischen Präsidenten war von deutlicher Kritik wegen des Mordes an der regierungs-kritischen Journalistin Anna Politkowskaja geprägt gewesen. Aus dem Umfeld Stoibers war zu hören, dass er sich sehr auf die Reise nach Moskau gefreut hatte. Es ist seine letzte als Ministerpräsident.

flo/sef/dpa/AP



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mitwisser, 05.07.2007
1.
Zitat von sysop2014 werden die Winterspiele in der russischen Stadt Sotschi am Kaukasus ausgetragen. Eine richtige Entscheidung des IOC?
"Das olympische Dorf soll unmittelbar am Rand des Nationalparks Westkaukasus entstehen, der zum Weltkulturerbe gehört. Ebenso ist das Skigebiet Krasnaja Poljana bei Sotschi ein Naturschutzgebiet. Doch die russische Regierung hat die Baumaßnahmen in diesen geschützten Gebieten schlichtweg als "sozial notwendig" deklariert und so die Bestimmungen zum Erhalt der Naturschutzgebiete ausgehebelt." Das sagt eigentlich alles! Die Milliarden der Oligarchen müssen gewinnbringend investiert werden. Die Natur interessiert diese Leute nicht. Wieder ein Lebensraum weniger für seltene Wildtiere. Ich frage mich, wielange diese Erde das noch tragen kann? Imageträchtig wäre es, würden die Schutzgebiete im Rahmen der Winterspiele AUSGEWEITET werden und die Bauten ökologische Vorbildfunktion haben. Damit ist aber leider nicht zu rechnen...
AlexN, 05.07.2007
2.
Warum Irrsinn, was soll diese dumme Fragestellung? Sotschi ist eine normale Stadt und Russland ist die erfolgreichste Winterolympia-Nation, die noch nie den Zuschlag erhalten hatte. Oder hätte etwa Österreich zum dritten Mal die Winterspiele bekommen sollen? Es ist genug Geld da, mehr als in Österreich. Die ganze traditionelle Miesmacherei in den deutschen Medien, immer wenn es um Russland geht, geht mir auf den Keks. In Russland ist die überwältigende Mehrheit dafür, Millionen sind die ganze Nacht aufgeblieben und jubeln und der SPIEGEL widmet die Mehrheit des Artikels irgendwelchen marginalen Stänkerern und gaukelt irgendwelche massive "Umstrittenheit" vor, die gar keine ist. Man möchte eben, dass Russland immer mit Skepsis gesehen wird. Das sind geopolitische Reflexe. Ich freue mich sehr für Sotschi und bin mir sicher, dass Russland 2014 tolle Spiele austrägt.
dayo, 05.07.2007
3.
spon:" Am Ende werden nur die Reichen profitieren, fürchten Kritiker. " was ist daran so besonderes-das kennen wir schon lange: euroeinführung, globalisierung..die russen wollten kapitalismus,jetzt haben sie kapitalismus.
MyDocAngel 05.07.2007
4. Macht durch Geld
Zitat von sysop2014 werden die Winterspiele in der russischen Stadt Sotschi am Kaukasus ausgetragen. Eine richtige Entscheidung des IOC?
Was ist richtig, was ist falsch? Falsche Fragestellung? Der, der das Geld hat, hat auch die Macht - und Putin - mit seinen "Energien" hat schon bei mehreren Gipfeln beeindruckend dargestellt - hat Geld und Macht - was also sonst? Nicht neu, wonach und wie Gremien bei Olympia entscheiden... Nicht nur dort...
flos 05.07.2007
5.
Der Bau im nationalen Park wäre auf jeden Fall. Es ist ein Problem, aber es ist ein anderes Problem, es gibt einen Entwiklungsplan für Sotschi. Die Olympiade ist prima! Für Sotschi, für Russland, für die Sportler.
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