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Stefan Kuzmany

Kremlologie Die wahren Gründe des russischen Regierungswechsels

Stefan Kuzmany
Eine Kolumne von Stefan Kuzmany
Die überraschende Rücktrittsankündigung der russischen Regierung könnte eine grundlegende Veränderung der Rolle Moskaus in der Weltgemeinschaft einleiten.
aus DER SPIEGEL 4/2020
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MIKHAIL KLIMENTYEV/ AFP

Die überraschende Rücktrittsankündigung der russischen Regierung könnte eine grundlegende Veränderung der Rolle Moskaus in der Weltgemeinschaft einleiten. Führende Kremlologen gehen davon aus, dass der Premier Dmitrij Medwedew nur pro forma selbst seinen Amtsverzicht verkündet hat, er aber tatsächlich vom Präsidenten Wladimir Putin dazu gedrängt worden ist.

Der russische Präsident hat, ähnlich wie sein deutscher Amtskollege Frank-Walter Steinmeier oder die britische Queen Elizabeth, vor allem repräsentative Aufgaben – er wirkt als moralische Leitfigur und Stütze der Nation. Als umso ungewöhnlicher gilt Putins aktueller Eingriff in die Tagespolitik.

Russlandexperten bewerten ihn als Folge eines beispiellosen Vertrauensbruchs. Ohne die Zustimmung des ahnungslosen Präsidenten habe Medwedew das Land heimlich in unschöne Affären verwickelt. Erst jüngst habe Putin etwa davon erfahren, dass sein skrupelloser Premier mit dem syrischen Diktator Assad paktiere. Zudem soll der Regierungschef auf eigene Faust Teile eines Nachbarlands annektiert, mit einer verdeckten Hackerkampagne den US-Wahlkampf beeinflusst und böswillig die westliche Demokratie ins Wanken gebracht haben.

DER SPIEGEL 4/2020

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Zum Entsetzen Putins soll Medwedew sogar die Verantwortung für einen Auftragsmord mitten in der deutschen Hauptstadt Berlin tragen. Wer weiß, was der Mann als Nächstes angerichtet hätte?

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