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Hausmitteilung Russland/Ukraine, Schwarzer vs. Strack-Zimmermann, Corona, Mafia

aus DER SPIEGEL 19/2022

Russland / Ukraine

Foto: Maxim Dondyuk / DER SPIEGEL

In seiner ersten Moskauer Wohnung, in die der heutige SPIEGEL-Korrespondent Christian Esch 2008 ge­zogen war, zitterten am 9. Mai die Wände, wenn die Panzer zur Feier des Sieges über Hitlerdeutschland im Jahr 1945 über den Gartenring rasselten. Abends traf man sich dann zu Feiern zu Hause. Doch die Kriegs­generation stirbt aus, an die Stelle privater Erinnerung ist Putins Säbelrasseln getreten. »Diesmal steht die Parade ganz im Schatten des Ukrainekrieges, den Putin als Kampf gegen die Nazis von heute darstellt«, sagt Esch. Im Titel schreibt er über die unerwartete Schwäche von Russlands Armee und was sie für Putins System bedeutet. SPIEGEL-Reporter Alexander Sarovic begleitete im Donbass ukrainische Elitesoldaten. »Viele wurden verwundet und sind doch zuversichtlich – weil sie immer wieder russische Artilleriestellungen zerstören«, berichtet Sarovic.

Schwarzer vs. Strack-Zimmermann

Obwohl sie fundamental unterschiedliche Positionen zur Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine vertreten, versicherten Deutschlands bekannteste Feministin Alice Schwarzer und FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann vor dem SPIEGEL-Streitgespräch ein­ander ihren Respekt. Das hilft in aufgeheizten Zeiten, wenn die eine, wie Alice Schwarzer, in einem offenen Brief an Bundeskanzler Scholz vor solchen Waffenlieferungen warnt, und die andere hart da­gegenhält: Leisten könnten sich die Briefschreiber eine solche Haltung nur, sagte Strack-Zimmermann in einem Interview vor der SPIEGEL-Begegnung, weil sie »mit dem Hintern im Warmen« säßen. Schwarzer konterte, sie könne sich durchaus zu gewichtigen Fragen äußern, auch wenn sie »nicht friere«. Trotz der Schärfe moderierten die SPIEGEL-Autoren Susanne Bayer und Markus Feldenkirchen beschwingt durch das Gespräch, wenn auch, zugegeben, mit dem Hintern im Warmen.

Mafia

Foto: Marcus Simaitis / DER SPIEGEL

Der Hamburger Albaner-Clan Osmani gilt Ermittlern als eines der mächtigsten Netzwerke der Organisierten Kriminalität in Europa. Seit März sitzt der Ex-Unternehmer Bashkim Osmani, 55, in Spanien in Untersuchungshaft. Die Fahnder werfen ihm Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vor. SPIEGEL-Reporter Roman Lehberger und SPIEGEL-TV-Kollege Claas Meyer-Heuer konnten Ermittlungsakten einsehen. Sie recherchierten, was die Behörden gegen den Mann in der Hand haben. Lehberger sprach in Galicien und auf Mallorca mit hoch motivierten Fahndern. »Bislang kam Bashkim Osmani mit einem blauen Auge davon«, sagt Lehberger. »Aber dieses Mal könnte den Spaniern gelingen, woran deutsche Behörden scheiterten.«

Corona

Foto: Marvin Menné / DER SPIEGEL

Auf Nenas Mutter Jasmin Just wurde SPIEGEL-Redakteurin Katrin Langhans über einen Tweet aufmerksam. »Ich kann nicht mehr«, schrieb @JacyLu76 vor einigen Wochen auf Twitter. »Seit 1 Jahr, 10 Monaten und 11 Tagen leben wir als Familie isoliert. Aus Angst, unsere jüngste Tochter durch Covid zu verlieren!« Nena, 11, lebt mit einer Spenderniere und hat eine Muskelkrankheit. Eine Infektion mit dem Coronavirus kann für sie tödlich sein. Langhans wollte wissen, wie Familien mit Risikopatienten den Alltag meistern. Die Begegnung hinterließ nachhaltigen Eindruck. »Das Wegfallen der Maskenpflicht in Geschäften finde ich unverantwortlich«, so die SPIEGEL-Frau. Sie trägt weiter freiwillig Mund-Nase-Schutz.

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