Saar-MP Müller Merkel-Vize? Nein danke.

Die CDU hat ein paar Plätze frei. Die Parteigranden Rüttgers, Koch und Wulff räumen die Vize-Chefposten. Doch von Rangelei ums Nachrücken bisher keine Spur. Eher im Gegenteil. Jetzt hat Saar-Ministerpräsident Müller seinen Verzicht erklärt.

CDU-Chefin Merkel, Müller: "Ich strebe das nicht an"
ddp

CDU-Chefin Merkel, Müller: "Ich strebe das nicht an"


Berlin - Angela Merkel sucht Stellvertreter. Und nicht nur einen. Mit den Abgängen von Jürgen Rüttgers (Abwahl), Christian Wulff (Bundespräsident) und Roland Koch (Wirtschaft) hat die CDU-Chefin gleich drei von vier Vizes der Bundespartei eingebüßt.

Im Gespräch sind vor allem Arbeitsministerin Ursula von der Leyen sowie Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Und als Dritter im Bunde wurde jüngst Peter Müller gehandelt.

Doch der will nun nicht.

"Ich strebe das nicht an", sagte er dem Saarländischen Rundfunk (SR). Er sehe seine "Aufgabe darin, der Jamaika-Koalition im Saarland weiter zur Verfügung zu stehen und zu zeigen, dass diese Koalition funktioniert". Schwarz-Gelb-Grün in Saarbrücken statt Merkel-Mann in Berlin - das ist eine klare Ansage.

Zugleich forderte Müller, die künftige Führung der Union müsse die Breite einer Volkspartei darstellen und die liberalen, sozialen und konservativen Elemente widerspiegeln. Gewählt wird im November, auf dem Karlsruher Bundesparteitag.

Müller kritisierte die Performance der schwarz-gelben Koalition, nahm die Kanzlerin aber in Schutz: Die großen ideologischen Debatten der Vergangenheit seien ausgestanden "und wir haben sicherlich die Situation, dass Schwarz-Gelb in Berlin in den letzten Monaten arg dissonant agiert hat", so der Ministerpräsident. Damit müsse man sich beschäftigen, "aber das ändert nichts daran, dass Angela Merkel ihre Aufgabe sehr gut wahrnimmt".

Zwar will Müller nicht Merkels Bundesvize werden, aber zurücktreten wie Koch und Co. - das will der Ministerpräsident nicht. "Meine gegenwärtige Lebensplanung sieht den Begriff Rücktritt nicht vor", sagte er. Ob dies allerdings für die komplette Legislaturperiode bis 2014 gilt und ob er bei der nächsten Landtagswahl ein weiteres Mal als Spitzenkandidat seiner Partei antreten könnte, dazu sagte der Saar-CDU-Vorsitzende: "Das ist eine Frage, die sich im Moment wirklich nicht stellt."

sef/dpa/ddp



insgesamt 11 Beiträge
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Monsieur Rainer 06.08.2010
1. Und so gehen der Lady die Menschen aus !
Erst wurden zentrale Themen der CDU dem Urnenpöbel und dem Zeitgeist geopfert, nun kommen der Dame auch noch geeignete Damen und Herren für das Parteiestablishment abhanden. Schliesslich wird Politk aus dem Handgelenk gemacht, ohne Mut, ohne Plan, ohne Ziel und ohne jede Überzeugungsarbeit. Und so wird es um diese Kanzlerin immer einsamer. Mit Gleichmut scheint sie dies einfach hinzunehmen und simst sich durch die Welt. Kein Wunder ist die Stimmung im Lande noch düsterer als die tatsächliche Lage. Die wirklich wichtigen Themen werden nicht angepackt: Wehrpflicht abschaffen, Exitstrategie aus Afghanistan, grundlegende Steuerreform, Bürokratie - und Ämterabbau, Schlankheitskur des überbordenden Staates usw. Da fällt mir ein Lied ein, das wir früher immer auf unseren ländlichen Festen gesungen haben: " Mir sind die Tramps, Tramps, Tramps aus der Pfalz, uns steht das Wasser immer bis zum Hals, mir schaffet nix,nix,nix werd getan........."
elwu, 06.08.2010
2. Mit den Minderleistern
da im CDU-Präsidium würde ich auch nicht auf eine Stufe gestellt weden wollen.
Das Grauen 06.08.2010
3. Lieber Miami Vice als Merkel's Vize!
Ja, ok, das gibt nicht viel Sinn, aber ich konnte mir das Wortspiel einfach nicht verkneifen! :-)
sanhe 06.08.2010
4. Problem der CDU liegt ganz oben
Solange die CDU nicht realisiert (und dann auch handelt), dass die Ursache für den desaströsen (auch personellen) Zustand der Partei die Person der Parteivorsitzenden und Kanzlerin Frau Merkel ist, solange wird es weiter bergab gehen. Meiner Meinung nach kann sich die CDU nur regenerieren, wenn sie Merkel als Parteivorsitzende und Kanzlerin stürzt.
saul7 06.08.2010
5. ++
Zitat von Das GrauenJa, ok, das gibt nicht viel Sinn, aber ich konnte mir das Wortspiel einfach nicht verkneifen! :-)
Titel: "Lieber Miami Vice als Merkel's Vize" Nicht schlecht, Ihr kleines Wortspiel. In der Tat laufen der Kanzlerin die Leute davon. Es bedarf allerdings keines großen detektivischen Spürsinns, um herauszufinden, woran das liegen kann. Es wird einsam um Frau Merkel!
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