Landtagswahl im Saarland AfD muss ohne Landesliste antreten

Wegen interner Streitigkeiten steht die AfD im Saarland ohne Landesliste für die Landtagswahl Ende März da. Die Partei fürchtet eine deutliche Reaktion der Wählerschaft.
Plenarsaal des saarländischen Landtages

Plenarsaal des saarländischen Landtages

Foto: Oliver Dietze / picture alliance/dpa

Die saarländische AfD tritt zur Landtagswahl im Saarland am 27. März ohne Landesliste an. Ein bei der Landeswahlleiterin fristgerecht eingereichter Landeswahlvorschlag sei am Dienstag zurückgenommen worden, teilte die Landeswahlleiterin in Saarbrücken mit. Die Frist, um Wahlvorschläge einzureichen, ist am Donnerstag abgelaufen.

Der Landesvorsitzende der AfD Saarland, Christian Wirth, zeigte sich konsterniert. »Ich bin in Schockstarre«, sagte er. Er habe nicht davon gewusst, dass zwei Mitglieder des Landesvorstandes eigenmächtig die Vertrauensleute ausgetauscht hätten, die dann am 18. Januar »stillschweigend« die Liste zurückgenommen hätten. »Das ist ein Riesen-Imageschaden beim Wähler. Viele werden nun sagen: Die kann man doch nicht wählen«, sagte Wirth.

Grund für den heimlichen Rückzug der Liste soll laut Wirth gewesen sein, dass den vier involvierten AfD-Mitgliedern der Ende November gewählte Spitzenkandidat Kai Melling nicht gepasst habe. Die Stimmen würden sich ja nun auf die Kreiswahllisten verteilen, hätten sie gesagt.

Wählbar ist die AfD trotz der fehlenden Landesliste trotzdem in allen Wahlkreisen. Eine Partei kann auch nur mit Kreiswahlvorschlägen antreten. Laut Saarländischem Rundfunk  werden 41 von 51 Plätzen im Landtag über die Kreislisten besetzt, der Rest über die Landeslisten.

Im Saarland gibt es drei Wahlkreise. Über die Zulassung dieser Listen soll am 26. und am 28. Januar entschieden werden. Bei der Landtagswahl im März 2017 hatte die AfD im Saarland 6,2 Prozent der Stimmen bekommen. Damit zog sie mit drei Abgeordneten erstmals in den Saar-Landtag ein.

ulz/dpa