Saarlandwahl SPD holt absolute Mehrheit – FDP und Grüne nicht im Landtag

Die SPD kann laut dem vorläufigen amtlichen Ergebnis im Saarland allein regieren. Die Grünen verpassen mit 4,99502 Prozent äußerst knapp den Einzug in den Landtag – allerdings können sich noch Abweichungen ergeben.
Wahlsiegerin an der Saar: SPD-Spitzenkandidatin Anke Rehlinger

Wahlsiegerin an der Saar: SPD-Spitzenkandidatin Anke Rehlinger

Foto: RONALD WITTEK / EPA

Die SPD erreicht ein historisch gutes Ergebnis, die CDU ein historisch schlechtes – und die Linke fliegt krachend aus dem Saarbrücker Landtag: Bei der Landtagswahl im Saarland haben die Sozialdemokraten einen klaren Sieg errungen. Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis haben sie künftig die absolute Mehrheit der Sitze im Landtag.

Die SPD erreicht laut Landeswahlleiterin einen Stimmenanteil von 43,5 Prozent (plus 13,9 Prozentpunkte im Vergleich zu 2017), die CDU kommt auf 28,5 Prozent (minus 12,2 Punkte).

Grünen fehlen 23 Stimmen zum Einzug ins Parlament

Die Grünen verpassen den Einzug in den Landtag äußerst knapp. Sie kommen laut Landeswahlleiterin  auf 4,99502 Prozent (plus 1,0). Von insgesamt 452.411 abgegebenen gültigen Stimmen entfielen demnach 22.598 auf die Grünen. Um über die Fünfprozenthürde zu kommen, hätte die Partei allerdings 22.621 Stimmen benötigt – also genau 23 mehr.

Der FDP fehlten demnach 1003 Stimmen zum Einzug in den Landtag. Die Liberalen erhielten 21.618 Stimmen, dies entspricht 4,8 Prozent (plus 1,5 Punkte).

Die AfD ist damit die einzige Partei, die neben SPD und CDU im Landtag vertreten ist. Zwar verlor die AfD im Vergleich zu 2017 einen halben Prozentpunkt. Dennoch kam sie mit 5,7 Prozent deutlich über die Fünfprozenthürde.

Massive Verluste erleidet die Linke. Minus 10,3 Prozentpunkte bedeuten ein Ergebnis von gerade einmal noch 2,6 Prozent – im Landtag spielt die Partei damit künftig keine Rolle mehr.

Angesichts des Ergebnisses der Grünen, die denkbar knapp unter der Fünfprozentmarke liegen, weist die Landeswahlleiterin allerdings auf Unsicherheiten hin. Es könnten sich »beim amtlichen Endergebnis Abweichungen sowohl bei der Anzahl der Wahlberechtigten, der Wählerinnen und Wähler sowie der gültigen und ungültigen Stimmen als auch bei der endgültigen Sitzverteilung auf die Parteien ergeben«.

Hat das Ergebnis Bestand, kommt die SPD auf 29 von 51 Sitzen im Landtag, drei mehr als für eine absolute Mehrheit notwendig. Die CDU kommt auf 19 Sitze, die AfD auf drei.

SPD-Spitzenkandidatin Anke Rehlinger wird nun erste sozialdemokratische Regierungschefin in der Geschichte des Bundeslandes. Für die Saar-SPD ist dies das beste Ergebnis seit der Jahrtausendwende. Dagegen deutet sich bei der Saar-CDU ein Wechsel an. Der abgewählte Ministerpräsident Tobias Hans kündigte an, persönliche Konsequenzen zu ziehen. Am Montag will er sich zu seiner Zukunft äußern.

ulz