Aussage im Korruptionsprozess Sabine Christiansen entlastet Ex-Wulff-Sprecher Glaeseker

Für Olaf Glaeseker läuft es gut im Korruptionsprozess. Nach Altbundespräsident Wulff hat jetzt auch Ex-Moderatorin Sabine Christiansen den Angeklagten entlastet - und dessen enge Freundschaft zu Partymanager Schmidt bestätigt.
Zeugin Christiansen: "Warmes und vertrauensvolles Verhältnis"

Zeugin Christiansen: "Warmes und vertrauensvolles Verhältnis"

Foto: Alexander Koerner/ Getty Images

Hannover - Sabine Christiansen hat im Korruptionsprozess gegen Olaf Glaeseker dessen enge Freundschaft zu dem mitangeklagten Partymanager Manfred Schmidt bestätigt. Zwischen den beiden Männern habe schon vor den umstrittenen Lobbyveranstaltungen "Nord-Süd-Dialog" in den Jahren 2007 bis 2009 ein besonders "warmes und vertrauensvolles Verhältnis" bestanden, sagte die ehemalige ARD-Moderatorin am Dienstag vor dem Landgericht Hannover.

In dem seit Anfang Dezember laufenden Verfahren gegen den 52-jährigen Glaeseker geht es um mögliche Bestechung. Dem früheren Sprecher und Vertrauten von Ex-Bundespräsident Christian Wulff wird vorgeworfen, sich von 2007 bis 2009 bei der Sponsorensuche für drei gemeinsame Promifeiern von Niedersachsen und Baden-Württemberg ("Nord-Süd-Dialog") über Gebühr bei der Sponsorensuche engagiert zu haben. Im Gegenzug soll Glaeseker von Schmidt zu Flugreisen und Urlauben nach Spanien und Südfrankreich eingeladen worden sein. Die Angeklagten weisen dies zurück und berufen sich auf ihre Freundschaft.

"Es war eine dicke Freundschaft"

Christiansen betonte in ihrer kurzen Vernehmung, bei beiden Männern habe es eine "ständige Einladungskultur" gegeben. Wer sonst Einladungen Schmidts in dessen Wohnorte im Ausland angenommen habe, könne sie nicht sagen. Sie selbst sei mit ihrem Mann zweimal bei Schmidt zu Gast gewesen.

Für Schmidt seien die Gegenbesuche bei Glaeseker in Steinhude sehr wichtig gewesen. "Er hat jede Gelegenheit wahrgenommen, Olaf dort zu besuchen", sagte Christiansen. Sie ist nach eigenen Angaben seit Anfang der neunziger Jahre gut mit Schmidt befreundet.

Auch ein zweiter Zeuge bestätigte die Argumentation der Verteidigung. "Es war eine dicke Freundschaft", sagte der ehemalige Regierungssprecher in Baden-Württemberg, Christoph Dahl, vor Gericht aus. Er sei selbst von Schmidt eingeladen worden, jedoch habe er diese "nette Geste, an der ja auch nichts verwerflich ist", aus Angst vor negativen Konsequenzen ausgeschlagen. Auch ein leitender Mitarbeiter der Marketingabteilung der Staatskanzlei in Stuttgart und Dahls Tochter seien eingeladen worden. Im Gegensatz zu ihm seien diese beiden der Einladung gefolgt, sagte Dahl.

Am Montag hatte bereits Altbundespräsident Wulff seinen ehemaligen Sprecher entlastet. Wulff bestätigte, von den Urlauben seines einstigen Vertrauten bei Schmidt sowie von deren Freundschaft gewusst zu haben. Im Jahr 2012 hatte Wulff jegliche Kenntnis von den Urlaubsgewohnheiten seines engen Mitarbeiters bestritten.

syd/dpa
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