Lafontaine gegen Bartsch Sabine Zimmermann will Linken-Chefin werden

Sabine Zimmermann hat als erste Frau ihre Kandidatur für den Vorsitz der Linken bekanntgegeben. Mit ihrer Bewerbung wolle die Sächsin die "unwürdigen innerparteilichen Querelen" beenden. Im Machtkampf zwischen Lafontaine und Bartsch vermied die Politikerin eine Parteinahme.
Linke Sabine Zimmermann: "Zurück zur Sacharbeit"

Linke Sabine Zimmermann: "Zurück zur Sacharbeit"

Foto: Die Linke

Berlin - Die erste Frau hat ihre Kandidatur für den Vorsitz der Linken angekündigt. Die sächsische Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann gab am Montag ihre Bewerbung für den Spitzenposten bekannt.

Ihre Ankündigung verband die 51-Jährige mit scharfer Kritik am Erscheinungsbild der Partei. Sie wolle "weitere unwürdige innerparteiliche Querelen" vermeiden und die Partei zur Sacharbeit zurückführen, erklärte Zimmermann. Die Linke habe die Hoffnungen ihrer Wähler "bislang bitter enttäuscht", kritisierte sie.

Im innerparteilichen Machtkampf zwischen Oskar Lafontaine und Dietmar Bartsch wird Zimmermann dem Lager des Saarländers zugerechnet. "Oskar Lafontaine ist derjenige unter unseren Politikern, der die größte Erfahrung und Autorität besitzt, um die Partei wieder auf die Erfolgsspur zurückzuführen", sagte Zimmermann noch in der vergangenen Woche.

In ihrer Erklärung vom Montag vermied die Politikerin eine Parteinahme für Oskar Lafontaine oder Dietmar Bartsch. Sie sei bereit, mit jedem Vorsitzenden zusammenzuarbeiten. Auf die Frage, ob sie lieber mit Lafontaine oder Bartsch eine Doppelspitze bilden wolle, sagte Zimmermann: "Ich verstehe mich mit beiden gut."

Gysi rückt von Lafontaine ab

Allerdings sehen die Parteistatuten vor, dass einer der beiden Vorsitzenden aus dem Westen kommen muss und der andere aus dem Osten. Mindestens einer der beiden Spitzenposten muss von einer Frau besetzt sein. Aus Proporzgründen wäre eine Doppel-Spitze der beiden Ostdeutschen Zimmermann und Bartsch nicht möglich.

Der Chef der Linksfraktion im Bundestag, Gregor Gysi, rückte am Montag von Oskar Lafontaine ab. Nachdem am Sonntag ein Vermittlungsversuch zwischen Lafontaine und Bartsch erfolglos geblieben war, sagte Gysi: "Niemand kann jetzt Dietmar Bartsch verübeln, seine Kandidatur aufrecht zu halten."

Bartsch hat bislang aber keine Kandidatin aus dem Westen an seiner Seite, die mit ihm antreten will. Sollte hingegen der bisherige Parteichef und Lafontaine-Vertraute Klaus Ernst aus Bayern erneut antreten, könnte er mit der Sächsin eine Doppelspitze bilden.

Zimmermann ist seit der Wende beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) beschäftigt, seit 1997 ist sie Regionalvorsitzende im Vogtland. Seit 2005 sitzt sie außerdem im Bundestag. Die neue Linken-Führung soll am 2. und 3. Juni auf dem Parteitag in Göttingen gewählt werden.

syd/AFP/dpa
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