Sachsen 270 NPD-Anhänger in Chemnitz - und mehr als tausend Gegendemonstranten

"Wir lassen uns jetzt nicht von Extremisten unsere Stimmung, unseren Ruf verderben": Während Sachsens Ministerpräsident Kretschmer ein Kinderfest besucht, ziehen Anhänger einer NPD-Jugendorganisation durch Chemnitz.

Neonazi-Demo im Vordergrund, im Hintergrund die Gegendemonstranten in Chemnitz
DPA

Neonazi-Demo im Vordergrund, im Hintergrund die Gegendemonstranten in Chemnitz


Eine Veranstaltung der rechtsextremen NPD-Nachwuchsorganisation Junge Nationaldemokraten sowie zwei Gegenproteste sind in Chemnitz größtenteils friedlich verlaufen. Etwa 270 Menschen nahmen nach Angaben der Polizei an dem Neonazi-Zug teil. Deutlich mehr waren es bei den Gegenprotesten: Etwa 1300 Menschen zählte die Polizei bei der größten Demonstration, zu der das "Bündnis Chemnitz Nazifrei" aufgerufen hatte.

Der Polizei zufolge gab es bei den Demonstrationen am Rand der Innenstadt Verstöße gegen das Versammlungsgesetz sowie das Vermummungsverbot, auch Pyrotechnik und Böller wurden gezündet. Zu größeren Zwischenfällen sei es aber nicht gekommen. Die Strecken der Demonstration vom "Bündnis Chemnitz Nazifrei" und des Neonazi-Aufmarsches kreuzten sich an mehreren Stellen, die Polizei trennte beide Lager.

Zeitgleich zu den Demonstrationen fand in der Innenstadt anlässlich des Kindertages ein Familienfest statt. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) besuchte mit Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig (SPD) verschiedene Stände und kam mit Händlern auf dem Markt ins Gespräch. "Wir lassen uns jetzt nicht von Extremisten unsere Stimmung, unseren Ruf verderben", sagte Kretschmer. "Wir müssen die vernünftigen Menschen stärken."

vks/dpa

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