Sachsen Ungeimpfter AfD-Abgeordneter muss mit Coronaerkrankung in Klinik

Der Sächsische Landtag in Dresden
Foto: Sebastian Kahnert / dpaDer sächsische AfD-Landtagsabgeordnete Ivo Teichmann ist aufgrund einer Coronainfektion im Krankenhaus – und stellt dort weiterhin den Nutzen von Impfungen infrage. Der 54-Jährige hatte sich nach eigenen Angaben trotz einer Lungenerkrankung nicht gegen Covid-19 impfen lassen.
Teichmann hatte sich bereits vergangenen Donnerstag nach tagelangem Fieber selbst in die Uniklinik in Dresden eingewiesen. Dort wurde die Coronainfektion festgestellt. In der Vergangenheit hatte er sich strikt dagegen ausgesprochen, Druck auf Ungeimpfte auszuüben, sich doch impfen zu lassen.
Im Krankenhaus habe er Sauerstoff und eine Antikörpertherapie bekommen, schreibt Teichmann auf Facebook. Den Pflegekräften dankte er für ihre »aufopferungsvolle Arbeit« und teilte ein Foto aus seinem Krankenhauszimmer.
»Wir sind alle Lernende in dieser Pandemie«
Der »Bild«-Zeitung sagte der AfD-Politiker, die Vakzinen seien keine »Allheilmittel«: »Wir sind alle Lernende in dieser Pandemie. Ich sage nicht, dass die Impfung nicht wirkt. [...] Jeder sollte selbst entscheiden. Mein Ergebnis ist noch offen.« Er hätte in seinem familiären Umfeld »gute Argumente gegen die Impfung« erhalten.
Die Haltung Teichmanns steht im Kontrast zu den Erkenntnissen der Wissenschaft: Impfungen gegen Corona schützen sehr gut vor schweren Krankheitsverläufen, auch die Ansteckungsgefahr ist bei Geimpften deutlich geringer. Ein Gros der Ansteckungen derzeit geht auf Ungeimpfte zurück, auch auf den Intensivstationen in Deutschland liegen mehrheitlich Ungeimpfte.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) machte im Dresdner Landtag die AfD für die Zuspitzung der Coronalage im Freistaat mitverantwortlich: »Sie tragen eine große Verantwortung dafür, wie das derzeit in diesem Land ist.« Dabei ging er auch auf Teichmann ein. Während der im Krankenhaus liege, habe die AfD zur gleichen Zeit etwa in Pirna für eine Demonstration gegen das Impfen und eine angebliche »Corona-Diktatur« mobilisiert, sagte Kretschmer. Das Verhalten der Partei habe großen Schaden provoziert.
Zugleich wünschte Kretschmer dem Abgeordneten »baldige Genesung«. Teichmann sei »ein Beispiel dafür (...), dass in Sachsen alle Menschen ohne Ansehen der Person oder ihrer politischen Haltung« medizinisch gleich behandelt würden.