Anspielung auf Terrortote AfD-Abgeordneter sorgt für Eklat im sächsischen Landtag

Entgleisung eines AfD-Politikers: Der Abgeordnete Sebastian Wippel hat sich im sächsischen Parlament zu Terroropfern geäußert - mit brutalen Worten. "Leider" hätten die Attacken nicht die Verantwortlichen der Sicherheitspolitik getroffen.

AfD-Politiker Sebastian Wippel
DPA

AfD-Politiker Sebastian Wippel


München, Würzburg, Ansbach: Erst wenige Wochen liegt die Gewaltserie in Süddeutschland zurück. Ob Amoklauf oder Terrorangriff, die Gefahr brutaler Attacken war plötzlich ganz nah.

Debatten um härtere Sicherheitsmaßnahmen bestimmten in der Folge die öffentliche Diskussion - häufig scharf geführt, emotional aufgeladen, selten sachlich. Das aber, was nun im sächsischen Landtag passiert ist, ist selbst für die AfD - vorsichtig formuliert - ungewöhnlich.

Während einer Debatte wünschte Sebastian Wippel, Abgeordneter der Rechtspopulisten, indirekt, dass andere Politiker Opfer von Terrorangriffen werden. "Unsere Bundeskanzlerin hat uns hier eine Suppe eingebrockt. Eine Suppe, die niemand bestellt hat, nach dem Rezept 'Wir schaffen das'. Das ist ein bisschen einfach", sagte er. "Und nun haben wir die Quittung bekommen, jetzt auch in Deutschland erstmalig mit den Anschlägen in Bayern und Baden-Württemberg." Dann folgt der entscheidende Satz: "Leider hat es nicht die Verantwortlichen dieser Politik getroffen."

Die Reaktionen aus den Reihen der anderen Fraktionen folgten umgehend: Die Linke sprach von einem "Mordaufruf", Grünen-Politiker Valentin Lippmann sagte: "Das ist eine Selbstentlarvung der AfD. Ich hätte nicht geglaubt, dass man das im 21. Jahrhundert in einem demokratischen Staat ernsthaft in einem Parlament erzählen könnte."

Wippel, der Polizeikommissar ist, versucht daraufhin seine Entgleisung zurückzunehmen. Er sprach von einem "Ausrutscher" - aber auch von "böswilliger Interpretation". Er wünsche natürlich niemandem den Tod, sagte er.

kev

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