Sachsen-Anhalt Pieper will doch ins Kabinett

Bei den Grünen hatte man schon gewitzelt: Der FDP-Wahlspruch "Höppner geht, die Arbeit kommt" müsse jetzt umgemünzt werden: "Die Arbeit kommt, Cornelia Pieper flieht". Nun hat sich die FDP-Generalsekretärin doch dazu durchgerungen, in die sachen-anhaltinische Regierung einzutreten.


FDP-Politikerin Pieper
DDP

FDP-Politikerin Pieper

Berlin - Sie strebe ein Regierungsamt in der neuen CDU/FDP-Landesregierung von Sachsen-Anhalt an, stellte Pieper am Montag im FDP-Präsidium in Berlin klar. Zuvor war man davon ausgegangen, sie wolle weiterhin im Bundestag bleiben.

Parteichef Guido Westerwelle sagte, Pieper werde "sicherlich bis zur Bundestagswahl" im September Generalsekretärin bleiben. Dies gelte für die gesamte Wahlkampfmannschaft. Nach Informationen der "Magdeburger Volksstimme" will Pieper in der Landesregierung das Kultusressort übernehmen und zudem stellvertretende Ministerpräsidentin werden.

Westerwelle sagte, Pieper "geht mit beiden Beinen nach Magdeburg". Ihr Bundestagsmandat werde sie nach der Konstituierung des Landestages von Sachsen-Anhalt niederlegen. Pieper habe nicht früher darüber sprechen können, weil die Koalitionsverhandlungen in Magdeburg erst jetzt weit genug vorangekommen seien.

Westerwelle hat sich noch immer nicht entschieden, ob er zur Bundestagswahl doch als Kanzlerkandidat der FDP antreten will. Er spreche derzeit mit vielen Parteifreunden darüber, ob eine Kanzlerkandidatur sinnvoll sei, um die Unabhängigkeitsstrategie der FDP zu unterstreichen. Viele seien engagiert dafür, andere lehnten dies ab. Eine Entscheidung werde es spätestens auf dem Bundesparteitag vom kommenden Freitag bis Sonntag in Mannheim geben.



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.