Angriff auf Autobahngegner in Sachsen-Anhalt Haseloff verurteilt Angriff in Seehausen

Mit einer Paintball-Pistole hatte ein Unbekannter in Ku-Klux-Klan-Montur auf Autobahngegner geschossen. Ministerpräsident Haseloff verurteilte nun den Angriff. Die Linke sieht eine Mitverantwortung bei der AfD.
Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt

Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Nach einer Attacke auf mehrere Teilnehmer einer Versammlung gegen den Weiterbau der A14 in Sachsen-Anhalt hat Ministerpräsident Reiner Haseloff den Vorfall verurteilt. »Der Angriff von Seehausen auf eine Gruppe junger Menschen ist ein Angriff auf unseren Rechtsstaat. Die Ermittlungsbehörden werden mit Hochdruck an der Aufklärung der Tat arbeiten«, teilte Haseloff mit. »Die Ausübung demokratischer Grundrechte darf nicht durch Einschüchterungsversuche und Waffengewalt bedroht werden. Ich erwarte, dass die Auseinandersetzung zu kontroversen Themen auf allen Seiten gewaltfrei, sachorientiert und rechtsstaatlich erfolgt.«

Am Freitag hatte ein Unbekannter Ermittlern zufolge mit einer Paintball-Pistole vom Bahnsteig aus auf fünf Personen geschossen, die zuvor am Bahnhof in Seehausen an einer Versammlung gegen den Weiterbau der A14 teilgenommen hatten. Der Schütze soll mit einer Haube maskiert gewesen sein, die an den rassistischen, in den USA gegründeten Geheimbund Ku-Klux-Klan erinnert.

Noch kein Täter ermittelt

Bislang gibt es keine konkrete Spur zu dem Täter. Man habe noch keinen Verdächtigen ermittelt, sagte eine Polizeisprecherin zuletzt dem SPIEGEL. Zwei Personen wurden durch den Angriff leicht verletzt. Bei ihnen soll es sich laut Polizei um einen Grünenpolitiker und einen Zwölfjährigen handeln. Ein Video, das die Tat zeigen soll, wurde ins Internet gestellt. Wer es aufgenommen habe, sei noch nicht bekannt, so die Sprecherin.

Die Linkenabgeordnete Martina Renner sagte dem SPIEGEL, der Protest gegen den Ausbau der A14 sei in den vergangenen Wochen ständig gewachsen. »Der Gegenprotest wird insbesondere von der AfD instrumentalisiert und die friedlichen Menschen unter anderem als ›Klimaterroristen‹ und ›Verbrecher‹ beschimpft. Diese Hetze fällt auf fruchtbaren Boden, wie die Angriffe der vergangenen Wochen gezeigt haben. Brandanschläge, Sprengsätze und jetzt Schüsse auf Teilnehmer:innen des Protestes unter KKK-Hauben – das ist das ›normale Deutschland‹ der AfD.«

mfh/til
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