Sachsen Asylbewerber in Heidenau verletzt

Jugendliche sollen im sächsischen Heidenau vier pakistanische Asylbewerber mit Bierflaschen angegriffen haben. Zwei Flüchtlinge wurden verletzt. Die Hintergründe sind unklar.

Polizei vor der Flüchtlingsunterkunft in Heidenau:
DPA

Polizei vor der Flüchtlingsunterkunft in Heidenau:


In Heidenau bei Dresden sind pakistanische Asylbewerber von mutmaßlich russischstämmigen Jugendlichen angegriffen worden. Zwei Flüchtlinge erlitten Verletzungen: Ein 24 Jahre alter Mann, dem eine Flasche auf den Kopf geschlagen wurde, und ein 33-Jähriger mit Kratzwunden im Gesicht mussten ambulant behandelt werden. Das teilte ein Polizeisprecher am Sonntag mit. Vor dem Angriff hätten sich die beiden Gruppen gestritten.

Die Asylbewerber seien nach der Auseinandersetzung in die in einem Baumarkt untergebrachte Erstaufnahmeeinrichtung zurückgekehrt und hätten dem Wachschutz von dem Angriff berichtet. Dieser verständigte die Polizei. Die Fahndung nach den Schlägern verlief bisher ohne Erfolg.

Einer der verletzten Flüchtlinge sagte am Sonntag laut MDR, sie seien unvermittelt von 15 Personen angegriffen worden, als sie auf einer Wiese in der Nähe des Bahnhofs Döner gegessen hätten. Die Angreifer hätten sich mit russischen Namen angesprochen.

Über den Hintergrund des vermeintlichen Streits und des Angriffs könne noch nichts gesagt werden, sagte der Polizeisprecher. Am Freitag sei es an der gleichen Stelle bereits zu einer Auseinandersetzung unter deutschen Jugendlichen gekommen. Ob es einen Zusammenhang gebe, werde geprüft. Die Polizei forderte Zeugen auf, sich zu melden.

Mehrere Dutzend Flüchtlinge und Unterstützer protestierten am Sonntagabend vor der Unterkunft gegen Rassismus und Angriffe auf Ausländer und Asylbewerber. Vor der Unterkunft in Heidenau war es Ende August zu rechtsradikalen und fremdenfeindlichen Krawallen gekommen. Polizei ermittelt mittlerweile in 46 Fällen. Unter anderem wurden neun Verfahren wegen Körperverletzung und fünf wegen Verstößen gegen das Waffen- und das Sprengstoffgesetz eröffnet.

Die Einrichtung wurde nach den Krawallen von verschiedenen Politikern besucht - unter ihnen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel.

heb/dpa

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