Haltung zu Flüchtlingen Sachsens Integrationsministerin schämt sich für ihre Landsleute

Die fremdenfeindliche Haltung ihrer Landsleute erschreckt die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping. In einem Interview sagt sie: "Wir erleben teilweise den blanken Hass."
Köpping im sächsischen Landtag (Archivbild): "Da schüttelt es mich"

Köpping im sächsischen Landtag (Archivbild): "Da schüttelt es mich"

Foto: Arno Burgi/ dpa

Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping (SPD) schämt sich für die fremdenfeindliche Haltung, die einige ihrer Landsleute offenbaren. "Ich schäme mich oft selbst - zum Beispiel wenn ich manche verbiesterte Kommentare von Sachsen höre oder lese", sagte sie der "Zeit" laut einer Vorabmeldung.

Sie sei eine sehr aktive Facebook-Nutzerin, "und wenn ich mich dort durch die Seiten klicke, ehrlich, da schüttelt es mich", sagte die 57-Jährige. "Ich weiß nicht, woher die teils vulgäre, fremdenfeindliche und menschenverachtende Ausdrucksweise kommt."

Die Haltung vieler Bürger gegenüber Flüchtlingen findet Köpping demnach besonders erschreckend. "In Sachsen erleben wir teilweise den blanken Hass. Das muss man deutlich so sagen", sagte sie.

Die Ankündigung des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU), Flüchtlinge mit geringen Bleibeperspektiven künftig in eigenen Camps unterzubringen, korrigierte Köpping gegenüber der "Zeit". Tillich sei falsch verstanden worden, dafür seien gar nicht genügend Kapazitäten vorhanden. Vielmehr wolle die gesamte Landesregierung, dass Asylanträge schneller bearbeitet werden.

Wenn es nach der sächsischen CDU geht, sollen Flüchtlinge davon abgehalten werden, überhaupt nach Deutschland zu kommen. Christdemokraten drängen laut einem Bericht des MDR darauf, wieder Grenzkontrollen einzuführen - eine alte Forderung der Alternative für Deutschland (AfD). Die sächsische AfD bekräftigte prompt ihre Forderung nach Kontrollen.

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vks/dpa
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