SPON-Umfrage Diese Themen entscheiden die Wahlen in Ostdeutschland

In drei ostdeutschen Bundesländern wird im Herbst ein neuer Landtag gewählt. Eine Umfrage zeigt, welche politischen Themen die Menschen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen am stärksten bewegen.
Sachsens Ministerpräsident Kretschmer, Thüringens Regierungschef Ramelow

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer, Thüringens Regierungschef Ramelow

Foto: Martin Schutt/ dpa

Geringere Löhne, niedrigere Renten, Ende des Kohlebergbaus und strukturelle Nachteile: Die Ministerpräsidenten der ostdeutschen Bundesländer sehen weiterhin starke Benachteiligungen gegenüber dem Westen. An diesem Mittwoch treffen sich die Ost-Ministerpräsidenten in Thüringen mit Kanzlerin Angela Merkel, um all diese Themen zu besprechen.

Das ist ihnen auch deshalb ein dringendes Anliegen, weil im Herbst Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen anstehen. Viele Umfragen prognostizieren ein starkes Abschneiden der AfD - wer mit wem künftig regieren wird, ist damit völlig offen. Sicher ist nur: Die Kräfteverhältnisse in den Landtagen werden sich deutlich verändern.

Doch welche Themen werden für die Wahl entscheidend sein? Was bewegt die Menschen in den Bundesländern? Das haben wir in einer Umfrage mit dem Online-Meinungsforschungsinstitut Civey erhoben. Bei den Ergebnissen zeigen sich teils erhebliche Unterschiede.

Für die Befragten in Sachsen und Thüringen ist das Thema Migration und Asyl im Trend das wichtigste Thema. Ganz anders in Brandenburg, dort wünschen sich die Wähler vor allem eine Stärkung der Infrastruktur im ländlichen Raum.

Für die Brandenburger, die von einer rot-roten Regierung mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) regiert werden, folgt an zweiter Stelle das Themenfeld Schule, Bildung und Kinderbetreuung. Alle anderen Themen befinden sich dahinter auf einem ähnlichen Niveau.

In Sachsen, das wie Brandenburg am 1. September wählt, wollen Menschen nach dem Thema Migration und Asyl einen stärkeren Fokus auf die Bereiche Schule und Bildung, Wirtschafts- und Lohnentwicklung sowie innere Sicherheit gesetzt sehen. Dieser Punkt ist für die Befragten in Sachsen tendenziell wichtiger als für die Menschen in Brandenburg und Thüringen. Im Gegensatz zu Brandenburg spielt der ländliche Raum eine untergeordnete Rolle.

Die Befragten in Thüringen sehen - so wie in den beiden anderen Ländern auch - den Bereich Schule, Bildung und Kinderbetreuung als entscheidend an. Thüringen hebt sich hier allerdings im Vergleich deutlich ab. Wichtig für die Wähler ist zudem ebenfalls die Wirtschafts- und Lohnentwicklung. Thüringen wählt am 27. Oktober.

In Sachsen muss die Große Koalition um Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) laut jüngster Umfragen um die Mehrheit fürchten. Auch in Thüringen ist unklar, ob das rot-rot-grüne Bündnis mit Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) weiterregieren kann. Dasselbe gilt für Brandenburg.

Anmerkungen zur Methodik: Die SPON-Umfrage wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 4.3 bis 3.4.2019 online erhoben. Die Stichprobe umfasst jeweils mehr als 1300 Personen, der statistische Fehler liegt zwischen 4,8 und 5 Prozent.

Wer steckt hinter Civey-Umfragen?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.