SPON-Umfrage Diese Themen entscheiden die Wahlen in Ostdeutschland

In drei ostdeutschen Bundesländern wird im Herbst ein neuer Landtag gewählt. Eine Umfrage zeigt, welche politischen Themen die Menschen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen am stärksten bewegen.

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer, Thüringens Regierungschef Ramelow
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Sachsens Ministerpräsident Kretschmer, Thüringens Regierungschef Ramelow

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Geringere Löhne, niedrigere Renten, Ende des Kohlebergbaus und strukturelle Nachteile: Die Ministerpräsidenten der ostdeutschen Bundesländer sehen weiterhin starke Benachteiligungen gegenüber dem Westen. An diesem Mittwoch treffen sich die Ost-Ministerpräsidenten in Thüringen mit Kanzlerin Angela Merkel, um all diese Themen zu besprechen.

Das ist ihnen auch deshalb ein dringendes Anliegen, weil im Herbst Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen anstehen. Viele Umfragen prognostizieren ein starkes Abschneiden der AfD - wer mit wem künftig regieren wird, ist damit völlig offen. Sicher ist nur: Die Kräfteverhältnisse in den Landtagen werden sich deutlich verändern.

Doch welche Themen werden für die Wahl entscheidend sein? Was bewegt die Menschen in den Bundesländern? Das haben wir in einer Umfrage mit dem Online-Meinungsforschungsinstitut Civey erhoben. Bei den Ergebnissen zeigen sich teils erhebliche Unterschiede.

Für die Befragten in Sachsen und Thüringen ist das Thema Migration und Asyl im Trend das wichtigste Thema. Ganz anders in Brandenburg, dort wünschen sich die Wähler vor allem eine Stärkung der Infrastruktur im ländlichen Raum.

Für die Brandenburger, die von einer rot-roten Regierung mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) regiert werden, folgt an zweiter Stelle das Themenfeld Schule, Bildung und Kinderbetreuung. Alle anderen Themen befinden sich dahinter auf einem ähnlichen Niveau.

In Sachsen, das wie Brandenburg am 1. September wählt, wollen Menschen nach dem Thema Migration und Asyl einen stärkeren Fokus auf die Bereiche Schule und Bildung, Wirtschafts- und Lohnentwicklung sowie innere Sicherheit gesetzt sehen. Dieser Punkt ist für die Befragten in Sachsen tendenziell wichtiger als für die Menschen in Brandenburg und Thüringen. Im Gegensatz zu Brandenburg spielt der ländliche Raum eine untergeordnete Rolle.

Die Befragten in Thüringen sehen - so wie in den beiden anderen Ländern auch - den Bereich Schule, Bildung und Kinderbetreuung als entscheidend an. Thüringen hebt sich hier allerdings im Vergleich deutlich ab. Wichtig für die Wähler ist zudem ebenfalls die Wirtschafts- und Lohnentwicklung. Thüringen wählt am 27. Oktober.

In Sachsen muss die Große Koalition um Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) laut jüngster Umfragen um die Mehrheit fürchten. Auch in Thüringen ist unklar, ob das rot-rot-grüne Bündnis mit Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) weiterregieren kann. Dasselbe gilt für Brandenburg.

Anmerkungen zur Methodik: Die SPON-Umfrage wurde in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey im Zeitraum vom 4.3 bis 3.4.2019 online erhoben. Die Stichprobe umfasst jeweils mehr als 1300 Personen, der statistische Fehler liegt zwischen 4,8 und 5 Prozent.



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Wie funktioniert die Civey-Methodik?
Das Meinungsforschungsinstitut Civey arbeitet mit einem mehrstufigen vollautomatisierten Verfahren. Alle repräsentativen Echtzeitumfragen werden in einem deutschlandweiten Netzwerk aus mehr als 20.000 Websites ausgespielt ("Riversampling"), es werden also nicht nur Nutzer von SPIEGEL ONLINE befragt. Jeder kann online an den Befragungen teilnehmen und wird mit seinen Antworten im repräsentativen Ergebnis berücksichtigt, sofern er sich registriert hat. Aus diesen Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe, die sicherstellt, dass sie beispielsweise in den Merkmalen Alter, Geschlecht und Bevölkerungsdichte der Grundgesamtheit entspricht. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach weiteren soziodemografischen Faktoren und Wertehaltungen der Abstimmenden gewichtet, um Verzerrungen zu korrigieren und Manipulationen zu verhindern. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den Civey FAQ.
Warum ist eine Registrierung nötig?
Die Registrierung hilft dabei, die Antworten zu gewichten, und ermöglicht so ein Ergebnis für die Umfragen, das für die Wahlbevölkerung in Deutschland repräsentativ ist. Jeder Teilnehmer wird dabei nach seinem Geschlecht, Geburtsjahr und Wohnort gefragt. Danach kann jeder seine Meinung auch in weiteren Umfragen zu unterschiedlichen Themen abgeben.
Wie werden die Ergebnisse repräsentativ?
Die Antwort jedes Teilnehmers wird so gewichtet, dass das Resultat einer Umfrage für die Grundgesamtheit repräsentativ ist. Bei der Sonntagsfrage und beim Regierungsmonitor umfasst diese Grundgesamtheit die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Die Gewichtung geschieht vollautomatisiert auf Basis der persönlichen Angaben bei der Registrierung sowie der Historie früherer Antworten eines Nutzers. Weitere Details zur Methodik stehen im Civey-Whitepaper.
Erreicht man online überhaupt genügend Teilnehmer?
Meinungsumfragen werden in der Regel telefonisch oder online durchgeführt. Für die Aussagekraft der Ergebnisse ist entscheidend, wie viele Menschen erreicht werden können und wie viele sich tatsächlich an einer Umfrage beteiligen, wenn sie angesprochen werden. Internetanschlüsse und Festnetzanschlüsse sind in Deutschland derzeit etwa gleich weit verbreitet - bei jeweils rund 90 Prozent der Haushalte, Mobiltelefone bei sogar 95 Prozent. Die Teilnahmebereitschaft liegt bei allen Methoden im einstelligen Prozentbereich, besonders niedrig schätzen Experten sie für Telefonumfragen ein.
Es gibt also bei beiden Methoden eine Gruppe von Personen, die nicht erreicht werden kann, weil sie entweder keinen Anschluss an das jeweilige Netz hat oder sich nicht an der Umfrage beteiligen möchte. Deshalb müssen für ein aussagekräftiges Ergebnis immer sehr viele Menschen angesprochen werden. Civey-Umfragen sind derzeit neben SPIEGEL ONLINE in mehr als 20.000 andere Webseiten eingebunden, darunter auch unterschiedliche Medien. So wird gewährleistet, dass möglichst alle Bevölkerungsgruppen gut erreicht werden können.
Woran erkenne ich die Güte eines Ergebnisses?
Bis das Ergebnis einer Umfrage repräsentativ wird, müssen ausreichend viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen. Ob das bereits gelungen ist, macht Civey transparent, indem zu jedem Umfrageergebnis eine statistische Fehlerwahrscheinlichkeit angegeben wird. Auch die Zahl der Teilnehmer und die Befragungszeit werden für jede Umfrage veröffentlicht.
Was bedeutet es, wenn sich die farbigen Bereiche in den Grafiken überschneiden?
In unseren Grafiken ist der statistische Fehler als farbiges Intervall dargestellt. Dieses Intervall zeigt jeweils, mit welcher Unsicherheit ein Umfragewert verbunden ist. Zum Beispiel kann man bei der Sonntagsfrage nicht exakt sagen, wie viel Prozent eine Partei bei einer Wahl bekommen würde, jedoch aber ein Intervall angeben, in dem das Ergebnis mit hoher Wahrscheinlichkeit liegen wird. Überschneiden sich die Intervalle von zwei Umfragewerten, dann können streng genommen keine Aussagen über die Differenz getroffen werden. Bei der Sonntagsfrage heißt das: Liegen die Umfragewerte zweier Parteien so nah beieinander, dass sich ihre Fehlerintervalle überlappen, lässt sich daraus nicht ableiten, welche von beiden aktuell bei der Wahl besser abschneiden würde.
Was passiert mit meinen Daten?
Die persönlichen Daten der Nutzer werden verschlüsselt auf deutschen Servern gespeichert und bleiben geheim. Mitarbeiter von Civey arbeiten für die Auswertungen lediglich mit User-IDs und können die Nutzer nicht mit ihrer Abstimmung in Verbindung bringen. Die persönlichen Angaben der Nutzer dienen vor allem dazu, die Antworten zu gewichten und sicherzustellen, dass die Umfragen nicht manipuliert werden. Um dies zu verhindern, nutzt Civey statistische wie auch technische Methoden. Darüber hinaus arbeitet Civey mit externen Partnern zusammen, die Zielgruppen für Werbetreibende erstellen. Nur wenn Nutzer die Datenschutzerklärung sowohl von Civey als auch von einem externen Partner akzeptiert haben, dürfen Ihre Antworten vom Partner zur Modellierung dieser Zielgruppen genutzt werden. Ein Partner erhält aber keine Informationen zu Ihren politischen und religiösen Einstellungen sowie solche, mit denen Sie identifiziert werden können. Civey-Nutzer werden auch nicht auf Basis ihrer Antworten mit Werbung bespielt. Der Weitergabe an Partner können Sie als eingeloggter Nutzer jederzeit hier widersprechen. Mehr Informationen zum Datenschutz bei Civey finden Sie hier.

Wer steckt hinter Civey-Umfragen?

An dieser Stelle haben Leser in der App und auf der mobilen/stationären Website die Möglichkeit, an einer repräsentativen Civey-Umfrage teilzunehmen. Civey ist ein Online-Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Berlin. Zur Erhebung seiner repräsentativen Umfragen schaltet die Software des 2015 gegründeten Unternehmens Websites zu einem deutschlandweiten Umfragenetzwerk zusammen. Neben SPIEGEL ONLINE gehören unter anderem auch der "Tagesspiegel", "Welt", "Wirtschaftswoche" und "Rheinische Post" dazu. Civey wurde durch das Förderprogramm ProFit der Investitionsbank Berlin und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert.



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