SPON-Wahltrend AfD rückt in Sachsen an CDU heran

Wenige Wochen vor der sächsischen Landtagswahl wird eine Neuauflage der schwarz-roten Koalition immer unwahrscheinlicher. Die SPON-Umfrage zeigt: CDU und SPD verlieren weiter, die AfD legt zu.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer: Die Stärke der AfD wird für die CDU bedrohlich

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer: Die Stärke der AfD wird für die CDU bedrohlich

Foto: DPA / Sebastian Kahnert

Die sächsische AfD schaut an diesem Donnerstag gespannt nach Leipzig. Dort verhandelt der Verfassungsgerichtshof darüber, ob der Landeswahlausschuss die Liste der Rechtspopulisten für die Landtagswahl am 1. September zu Recht zusammengestrichen hat. Das Bundesverfassungsgericht hatte am Mittwoch eine Beschwerde der AfD zurückgewiesen - allerdings aus formalen Gründen.

Bestätigen die sächsischen Verfassungsrichter die Entscheidung des Wahlausschusses, tritt die AfD mit nur 18 Listenkandidaten an - was dazu führen könnte, dass die Partei im neuen Landtag nicht so viele Mandate besetzen könnte, wie ihr eigentlich zustehen.

Denn auch die neueste Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für SPIEGEL ONLINE zeigt: Die AfD kann in Sachsen mit einem starken Ergebnis rechnen. Im Vergleich zu den vergangenen Monaten hat sie sogar noch einmal zugelegt. Im Juni lag sie bei 23,5 Prozent, nun kommt sie auf mehr als 25 Prozent - und wäre damit nur noch knapp hinter der CDU.

25 Prozent - ein solches Wahlergebnis würde rund 30 Sitze im Dresdner Parlament bedeuten. Noch ist die AfD in der SPON-Umfrage nicht an der CDU vorbeigezogen Doch es wird eng. Denn die sächsische Union büßt in den Umfragen zwei Prozentpunkte ein. Zuvor hatte sie noch relativ stabil bei 29 Prozent gelegen.

Auch die SPD verliert weiter: Im April lag sie noch bei 11,6 Prozent, inzwischen sehen die Meinungsforscher die Sozialdemokraten einstellig bei knapp unter 9 Prozent. Wegen der Verluste beider Parteien wird eine Fortsetzung der schwarz-roten Koalition von CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer immer unwahrscheinlicher.

Die FDP muss weiter um den Einzug in den Landtag bangen. Stabil bei mehr als 10 Prozent bleiben dagegen die Grünen.

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mfh
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