Linken-Fraktionschefin Wagenknecht Aufstieg der Njet-Maschine

Einst galt sie als sture Kommunistin, jetzt muss ausgerechnet sie Brücken bauen: Sahra Wagenknecht will gemeinsam mit Dietmar Bartsch die Linksfraktion im Bundestag führen. Wie konnte es so weit kommen? Bilder eines Wandels.

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Es sind Sätze, die sie wohl niemals abschütteln wird. Sahra Wagenknecht wird immer diejenige sein, die die DDR als das "friedfertigste und menschenfreundlichste Gemeinwesen" in der deutschen Geschichte bezeichnet hat; die "den Kapitalismus überwinden" will; für die "Sozialismus die Voraussetzung für Demokratie" ist.

Wie viel von alldem noch in der Linken-Politikerin steckt, ist nicht leicht zu sagen. Von einigen scharfen Thesen hat sie sich mittlerweile distanziert. Von anderen nicht. Die frühere Ikone der Kommunisten stand lange für Fundamentalopposition bei den Linken, für eine, die gegen Kompromisse und Bündnisse wetterte. Jetzt soll ausgerechnet sie die Parteiflügel einen - gemeinsam mit dem pragmatischen Reformer Dietmar Bartsch beerbt sie Gregor Gysi an der Spitze der Bundestagsfraktion.

Es ist ein erstaunlicher Wandel, den Wagenknecht vollzogen hat: Wurde sie einst aufgrund ihrer Blockadehaltung in der Partei als "Njet-Maschine" bezeichnet, muss sie jetzt Brücken bauen. Auf ihrem Weg in die Mitte der Partei hat sie ihr Image aufpoliert. Doch viele bezweifeln immer noch, dass das Duo Bartsch/Wagenknecht funktionieren kann. Erst kürzlich war herauskommen, dass der Realo die Linke und andere Parteikollegen als "Lafodödel" bezeichnet hatte - eine Anspielung an Ex-Parteichef Oskar Lafontaine, mit dem Wagenknecht verheiratet ist. Zumindest öffentlich nahm Wagenknecht die Beleidigung nicht übel. "Für mich ist das abgehakt", sagte sie.

Was ist aus der kompromisslosen Kommunistin geworden? Sahra Wagenknechts Karriere in Bildern:

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Sahra Wagenknecht: Wandel durch Annäherung

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insgesamt 194 Beiträge
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wermoe 13.10.2015
1. Auch wenn das
Medien immer zu leugnen versuchen, Menschen, zumal wenn sie überdurchschnittlich intelligent sind , vermögen ihre Umwelt mit analytischem Verstand zu beurteile und für für sich daraus entsprechende Schlüssen zu ziehen ! Dies im wohltuendem Gegensatz zu der "alternativlosen" und "Wir schaffen das" Politik unsere noch Kanzlerin !
m_ocean 13.10.2015
2. Sarah Wagenknecht
ist eine hoch intelligente Frau, die sich erlaubt eine eigene Meinung zu bilden und diese auch zu postulieren. Sie ist das Gegenteil der Mainstream Politiker, die ihr Fähnchen alle nach Amerika und dem zerstörerischen Kapitalismus, so wie er derzeit betrieben wird, ausrichten. Wäre Wagenknecht Bundeskanzlerin, dann würden sich endlich mal Dinge in diesem Land konstruktiv ändern.
mam71 13.10.2015
3.
Wagenknecht ist keine "Njet"-Maschine, denn ihre Neins beziehen sich immer nur auf den "bösen Westen". Gegenüber Putin ist Wagenknecht eine zuverlässige да-Maschine, auch wenn Bomben fallen wie jetzt gerade, nicht so schlimm, wenn Schwule in Moskau gejagt werden, muss man irgendwie verstehen, Bürgerrechte?, Freiheit? ...bei uns schon, aber die russische Seele braucht das nicht, soziale Ungleichheit? schlimm, aber selbst der arme Russe hat doch Vodka... usw. usf. In keiner anderen Person wird die Verlogenheit der Linkspartei so deutlich wie in ihr. Insofern passt das schon mit der Fraktionsführung.
the_rover 13.10.2015
4. Das Übliche ...
Wagenknecht will an die Fleischtöpfe. Da muss man/frau schon etwas Kreide fressen ...
suelzer 13.10.2015
5.
Dieser Artikel steckt voller Klischees. Die Wahrheit sieht ein wenig anders aus: Frau Wagenknecht ist keine Kommunistin und sie war es nicht. Eher wandelt sich ein Horst Seehofer zum anständigen Christen. Die Partei "die Linke" ist keine kommunistische Partei. Frau Wagenknecht und die PdL sind bürgerlich-sozialdemokratisch. Die SED war eine kommunistische Partei, davon ist aber nichts übrig geblieben. Wenn man sich diese Tatsachen vor Augen führt, dann ist es kein Wunder, dass Frau Wagenknecht ihren jetzigen Weg eingeschlagen hat. Und die Aussage, dass die DDR friedliebend war, dazu muss man kein Kommunist sein. Dazu braucht man nur etwas Allgemeinbildung und vorurteilsfreies Denken.
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