Extremismus Kölner Salafisten-Prediger erhält keine Sozialleistungen mehr

1860 Euro pro Monat hat der umstrittene Kölner Salafisten-Prediger Abou Nagie als Arbeitslosengeld II erhalten. Damit ist jetzt Schluss: Dem 47-Jährigen wurden die Leistungen gestrichen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Sozialbetrugs.
Ibrahim Abou Nagie: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Salafisten-Prediger

Ibrahim Abou Nagie: Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Salafisten-Prediger

Foto: dapd

Köln - Der umstrittene Kölner Salafisten-Prediger Ibrahim Abou Nagie bekommt Ärger mit der Justiz: Die Staatsanwaltschaft in Köln ermittelt gegen den 47-Jährigen wegen Sozialbetrugs, wie ein Behördensprecher sagte. Eine Prüfung hatte ergeben, dass Abou Nagie über nicht angegebene Einnahmen verfüge und somit keinen Anspruch auf Sozialleistungen habe, hieß es am Dienstag aus Kreisen der Stadt Köln.

Abou Nagie, bekannt als Initiator der Verteilung kostenloser Koran-Ausgaben, hatte zuletzt Arbeitslosengeld II in Höhe von 1860 Euro monatlich erhalten. Er hatte eine Bedarfsgemeinschaft - bestehend aus Frau und drei Kindern - angemeldet. Das Geld sei vom zuständigen Jobcenter zum 1. Juni gestrichen worden, hieß es. Darüber hatte zuvor auch die "Bild"-Zeitung berichtet.

Abou Nagie gilt bei Experten als Hassprediger und steht deshalb schon seit Jahren im Visier des Verfassungsschutzes. Die von ihm initiierte Koran-Verteilung werten Sicherheitsbehörden als Propagandaaktion, mit der neue Anhänger für den Salafismus geworben werden sollen. Der Salafismus gilt als Sammelbecken für gewaltbereite Islamisten.

hen/dpa
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