Schäuble "Europa muss Fehler zugeben"

Die US-kritischen Staaten Europas müssten gegenüber Washington zugeben, Fehler gemacht zu haben, fordert CDU-Politiker Wolfgang Schäuble. Nur dann hätten sie eine Chance, am Wiederaufbau des Irak beteiligt zu werden.


Steht zu Amerika: Wolfgang Schäuble
DDP

Steht zu Amerika: Wolfgang Schäuble

Dresden – "Voraussetzung für eine gedeihliche Zusammenarbeit ist, dass auch die Staaten Europas, die sich gegen die USA gestellt haben, eingestehen, dass sie Fehler gemacht haben", sagte Schäuble der "Sächsischen Zeitung". Zwar könne ein gemeinsame Friedenstruppe, an der auch US-kritische Länder Europas teilnehmen, "die Chancen für eine gute Entwicklung des Irak verbessern", sagte Schäuble. Er halte es aber für "unrealistisch, dass diejenigen, die vor dem Krieg alles getan haben, um den Widerstand gegen die Vereinigten Staaten stark zu machen, nach dem Krieg das Kommando übernehmen."

Die künftige Position der Europäer dürfe keine Alternative zur transatlantischen Partnerschaft sein. Das müsse den Europäern klar sein, sagte der Außenpolitik-Experte der Union. "Wenn man die Reden aus Berlin oder Paris hört, scheint es jedoch noch ein weiter Weg bis dorthin zu sein", kritisierte Schäuble.

Voraussetzung für ein internationales Bemühen um den Wiederaufbau des Irak unter Mitwirkung der Vereinten Nationen sei außerdem, dass die Uno handlungsfähiger und einiger sein müsse als vor dem Krieg. "Die Amerikaner und die Briten werden nicht einen Rückfall in den Zustand vor dem Krieg akzeptieren. Sie haben die gewaltigen Anstrengungen unter großen Opfern und mit hohen Kosten nicht auf sich genommen, um die Kontrolle gleich wieder aufzugeben", sagte Schäuble.

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