Schlappe Umfragewerte Linkspartei drängt Richtung Mitte

Die Linke zielt im Superwahljahr 2009 auch aufs bürgerliche Milieu - und reagiert so auf stagnierende Umfragewerte. Bei Themen wie Bankenverstaatlichung oder Afghanistan-Einsatz will die Partei weg von "schadenfroher" Besserwisserei - und setzt laut SPIEGEL-Informationen auf einen neuen Realismus.


Oskar Lafontaines Partei zieht mit deutlich moderateren Tönen als bisher ins Wahljahr. Lafontaines Co-Vorsitzender Lothar Bisky sagte dem SPIEGEL: Die Partei solle die Pose des "schadenfrohen Besserwissers" aufgeben und "vernünftige Alternativen" anbieten.

Bundesvorsitzender Lafontaine: "Zehn Prozent plus x" als Ziel
AP

Bundesvorsitzender Lafontaine: "Zehn Prozent plus x" als Ziel

Sowohl im Entwurf des Wahlprogramms als auch im Auftreten bemüht sich die Partei nun um "konsequenten Realismus", wie es Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch formuliert. Im Entwurf des Wahlprogramms ergänzt die Partei die bisherige Radikalforderung "Weg mit Hartz IV" durch konkrete bessere Bedingungen für Hartz-IV-Empfänger.

Auch in der Außen- und Wirtschaftspolitik weichen die Linken ihre Positionen auf und bemühen sich um einen Imagewandel. Die Linke fordert zwar weiter den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan, lässt aber Spielraum für realpolitische Schritte wie einen Rückzug auf Raten. Statt auf radikale Verstaatlichung will Lafontaine künftig auf "demokratische Marktwirtschaft" setzen - durch gesetzlich geregelte Mitarbeiterbeteiligung in Großunternehmen.

Die Partei reagiert damit auf stagnierende Umfragewerte. Die Linken konnten bisher kaum von der Wirtschafts- und Finanzkrise profitieren. Bei den Bundestagswahlen wollen die Sozialisten "zehn Prozent plus x" erreichen und zielen dafür nun auch auf Wähler im bürgerlichen Milieu.



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mbberlin, 21.03.2009
1. ...
M.E. eine vernünftige Entscheidung.
bürger mr 21.03.2009
2. Wenn das Konzept stimmt.
Wenn das Konzept stimmt sei es den Linken mit steigender Akzeptanz gedankt. Die schläfrigen Riesen jedenfalls werden in diesem Wahljahr zuallererst einmal all Ihre Glieder aufwecken dürfen, die Augen und Ohren nicht ver- gessen, um zu sehen wie mies es dem Normalo der nicht Verbeamtet oder sonstwie in trockenen Tüchern gebettet ist geht. Die beängstigend vorangeschrittene Politikverdrossenheit in der Republik macht das Pfauenhafte gehabe der Wahlsieger noch unverständlicher. (Was bitte sind 30%, bei 60% Wahlbeteiligung ) Es sollte die Aufgabe aller Parteien sein wieder als gewählte Vertreter des gesammten Volkes die Probleme des ganzen Volkes (und Europas) anzugehen, nicht nur eines Zehntels mit Regierungsanspruch . Mit Blick auf andere Staaten, in denen das Konzept "Grenzenloser Reichtum " für wenige, bereits gescheitert ist, sollte eine Umkehr zum " Wohlstand für alle" ein machbares (bezahlbares) Ziel sein.
ach-nur-so 21.03.2009
3. Dieses...
...'bürgerlich-Milieu-Lager-Mitte'-Ding ist überstrapaziert und mindestens so ausgenudelt wie euer Lieblingswort 'vergrätzt'. Es überrascht auch nicht, dass zu einem solchen Artikel weder Autor noch Quelle angegeben wird. Ich für meinen Teil würde feststellen wollen, dass sich die Linkspartei nicht zur sog. Mitte hin bewegt, sondern die Krise euch vielmehr die Augen von der sog. Mitte hin zur harten Realität hat drehen lassen. Nichts weiter.
MarkH, 21.03.2009
4. ooo
Zitat von sysopDie Linke zielt im Superwahljahr 2009 auch aufs bürgerliche Milieu - und reagiert so auf stagnierende Umfragewerte. Bei Themen wie Bankenverstaatlichung oder Afghanistaneinsatz will die Partei weg von "schadenfroher" Besserwisserei - und setzt laut SPIEGEL-Informationen auf einen neuen Realismus. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,614712,00.html
was ein Desaster Früher war dasBürgertum mal die Mitte
bürger mr 21.03.2009
5. Richtig
Zitat von ach-nur-so...'bürgerlich-Milieu-Lager-Mitte'-Ding ist überstrapaziert und mindestens so ausgenudelt wie euer Lieblingswort 'vergrätzt'. Es überrascht auch nicht, dass zu einem solchen Artikel weder Autor noch Quelle angegeben wird. Ich für meinen Teil würde feststellen wollen, dass sich die Linkspartei nicht zur sog. Mitte hin bewegt, sondern die Krise euch vielmehr die Augen von der sog. Mitte hin zur harten Realität hat drehen lassen. Nichts weiter.
Das ist ja meine Rede, die Realitäten anpacken, sprich Probleme lösen, nicht Rhetorisch sondern real.
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