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Restitution Schlechtere Chancen für Hohenzollern bei neuer Ampelregierung

aus DER SPIEGEL 49/2021

Der Optimismus der Hohenzollern, öffentliche Gelder zu bekommen, stößt in der angehenden Regierungs­koalition auf Verwunderung. »Ich weiß nicht, woher Georg Friedrich von Preußen diese Zuversicht nimmt«, sagt MdB Erhard Grundl, Grünenexperte zum Thema Hohenzollern. Kürzlich hatte Prinz von Preußen, Sprecher der Familie, erklärt, er habe »großes Vertrauen in die künftige Bundesregierung, dass es zu Gesprächen kommt, die wieder Bewegung in die Angelegenheit bringen«. Mit »Angelegenheit« meint er die Verhandlungen mit dem Bund und den Ländern Berlin und Brandenburg über Kunstwerke und eine finanzielle Entschädigung für enteignete Immobilien. Die Hohenzollern erheben Forderungen, deren Wert sich auf einen wohl rund dreistel­ligen Millionenbetrag beläuft. Doch die Gespräche ruhen seit 2019. Grundl, der am Koalitions­vertrag mitgearbeitet hat, sieht »derzeit keinen Weg für neue Verhandlungen«. Die Grünen verweisen auf den Rechtsweg. Und da sie demnächst wohl neben Berlin und Brandenburg auch im Bund regieren, stehen die Chancen der Hohenzollern schlecht, zumal einflussreiche Sympathisanten wie Peter Altmaier das Parlament verlassen haben. Auch der Chefunterhändler der öffentlichen Hand, Günter Winands, den Hohenzollern eher wohlgesinnt, wird demnächst gehen.

KLW

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