Schleswig-Holstein Innenminister Breitner tritt zurück

Einst galt er als möglicher Kronprinz von Regierungschef Albig, nun gibt Schleswig-Holsteins Innenminister Andreas Breitner seine politische Karriere auf. Der SPD-Politiker wechselt in die Immobilienbranche.
SPD-Politiker Breitner: Seit 2012 war er Innenminister in Schleswig Holstein

SPD-Politiker Breitner: Seit 2012 war er Innenminister in Schleswig Holstein

Foto: Carsten Rehder/ dpa

Kiel - Der Innenminister von Schleswig-Holstein, Andreas Breitner, gibt seinen Posten auf. Ministerpräsident Torsten Albig sagte, er habe seinen SPD-Parteifreund auf dessen Wunsch hin entlassen.

Breitner sei zum Direktor des Verbands Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) bestellt worden. Diesen Posten werde Breitner am 1. Mai 2015 antreten. Der 47-Jährige habe dafür familiäre Gründe angeführt.

Breitner amtierte seit Antritt der Koalition aus SPD, Grünen und SSW im Jahr 2012 als Innenminister. Zuvor war der 47-Jährige Bürgermeister der Stadt Rendsburg. Diesen Posten hatte er Ende 2002 in einem Überraschungscoup gegen den damaligen Konkurrenten von der CDU erobert. Es folgte eine klare Wiederwahl 2010.

Streit um die Vorratsdatenspeicherung

Zuvor hatte der diplomierte Verwaltungswirt Karriere bei der Polizei gemacht und die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle an der Förde geleitet. Der stellvertretende Landesvorsitzende der SPD ist verheiratet, hat drei Kinder und gilt als sehr bürgernah.

Nach der umstrittenen, parteilosen Bildungsministerin Waltraud Wende verliert Regierungschef Albig damit schon den zweiten Ressortchef in knapp zwei Wochen. Der Ministerpräsident selbst hatte zuletzt zudem mit seinem Alleingang bei der Verschiebung des Wissenschaftsressorts aus dem Bildungs- in das Sozialministerium für einen Koalitionskonflikt gesorgt, der erst am Dienstag offiziell beigelegt worden war.

Breitner galt zeitweise sogar als ein möglicher Nachfolger von Albig. In diesem Frühjahr stand er im Kabinett mit seinem Ja zur Vorratsdatenspeicherung allerdings allein da. Im Kieler Koalitionsvertrag hatten sich SPD, Grüne und SSW eindeutig dagegen positioniert.

syd/dpa
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