Hochrechnungen CDU triumphiert bei Landtagswahl in Schleswig-Holstein, SPD stürzt ab

Die CDU hat die Landtagswahl in Schleswig-Holstein laut ersten Hochrechnungen klar gewonnen – und kann sich den Koalitionspartner aussuchen. Die SPD kommt auf ihr historisch schlechtestes Ergebnis.
Klarer Wahlsieger im Norden: Ministerpräsident Daniel Günther (CDU)

Klarer Wahlsieger im Norden: Ministerpräsident Daniel Günther (CDU)

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Christian Charisius / dpa

Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat die CDU um Ministerpräsident Daniel Günther ersten Hochrechnungen zufolge einen Erdrutschsieg errungen. Die Christdemokraten kommen demnach auf 43,5 Prozent – und gewinnen damit im Vergleich zur Wahl 2017 deutlich hinzu (+11,5 Prozentpunkte).

»Die Wählerinnen und Wähler haben heute eine eindeutige Entscheidung getroffen«, sagte Günther bei der CDU-Wahlparty, während er bejubelt wurde. Er sprach von einem enormen Vertrauensbeweis und einem hervorragenden Ergebnis. Er bedankte sich bei den bisherigen Koalitionspartnern Grünen und FDP für die »super Zusammenarbeit«.

Für die SPD mit Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller entschieden sich gerade einmal 15,9 Prozent (-11,4 Prozentpunkte), ein historisch schlechtes Ergebnis. Damit unterboten die Genossen ihren bisherigen Negativwert aus dem Jahr 2009 (25,4 Prozent) um rund zehn Prozentpunkte.

Losse-Müller räumte eine deutliche Wahlniederlage ein. »Wir haben es nicht geschafft, unsere Themen wirklich zu setzen«, sagte er. Wegen der Coronakrise und des Ukrainekriegs habe es kaum Raum für andere Themen gegeben.

Damit fällt die SPD sogar hinter die Grünen um Spitzenkandidatin Monika Heinold zurück, die mit 18 Prozent (+5,1 Prozentpunkte) ihr bestes Resultat bei einer Landtagswahl in Schleswig-Holstein erzielen.

Heinold sagte, die Wähler hätten für eine erneute Regierungsbeteiligung der Grünen gestimmt. »Die Menschen im Land wollen, dass wir weiter Regierungsverantwortung tragen. Ob es so kommt, werden wir sehen«, sagte Heinold.

FDP und AfD verlieren

Die FDP mit 6,7 Prozent (-4,8) ist weiterhin im Landtag vertreten, ebenso der Südschleswigsche Wählerverband  (5,7 Prozent, +2,4). Die AfD droht den Hochrechnungen zufolge aus dem Landtag zu fliegen (4,6 Prozent, -1,3 Punkte). Es wäre das erste Mal, dass die AfD wieder aus einem Landesparlament ausscheidet. Die Linke verfehlt wie schon 2017 die Fünfprozenthürde.

Nach den ersten Prognosen hatte es sogar so ausgesehen, als könne die CDU womöglich allein regieren. Dies wird aller Voraussicht nach nicht der Fall sein. Allerdings können sich die Christdemokraten den Koalitionspartner aussuchen. Zweierbündnisse mit Grünen, FDP, SSW und SPD hätten eine Mehrheit.

In Schleswig-Holstein waren insgesamt etwa 2,3 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. 16 Parteien waren mit Landeslisten dabei. In 35 Wahlkreisen traten knapp 300 Bewerberinnen und Bewerber an. Die Wahlbeteiligung lag nach letzten Zahlen vom Abend bei schätzungsweise 63 Prozent.

hba
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