Schleswig-Holstein Kein neuer BSE-Verdacht

Nach dem ersten BSE-Fall in Deutschland ist bei den anderen Rindern der Herde kein neuer BSE-Verdacht aufgekommen. Warum sich aber nur eins der 170 Rinder mit BSE infiziert hat, ist immer noch ein Rätsel.


Bei den untersuchten Kühen aus dem schleswig-holsteinischen Hörsten wurde kein BSE festgestellt
REUTERS

Bei den untersuchten Kühen aus dem schleswig-holsteinischen Hörsten wurde kein BSE festgestellt

Kiel/Schwerin - Die gesamte Herde des betroffenen Betriebes sei untersucht worden, teilte die im schleswig-holsteinische Landesregierung in Kiel mit. Alle Proben der 169 notgeschlachteten Rinder seien negativ. Lediglich das Ergebnis für ein Kalb der BSE-Kuh, das auf einem anderen Hof gehalten wurde, steht noch aus. Das Resultat wird nicht mehr für Freitag erwartet.

Nach der Bestätigung des ersten Falles in der vorigen Woche waren die Hirne von 170 Tieren aus dem Bestand des Hofes in der Gemeinde Hörsten zur Untersuchung ins niedersächsische Oldenburg und ins westfälische Münster geschickt worden.

Die BSE-Gefahr in Europa
DER SPIEGEL

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In Schleswig-Holstein lief unterdessen die Suche nach der Ursachenquelle für das an Rinderwahnsinn erkrankte Tier weiter. Experten gingen dem Hinweis nach, dass möglicherweise ein "Milchaustauscher" aus den Niederlanden - ein Futterzusatz für Kälber - als Ursache in Frage kommt. Außerdem wurden alle 52 schleswig-holsteinischen Mischfutterhersteller und Händler aufgesucht, um eine Bestandsaufnahme des vorhandenen Tiermehls zu machen.

Bei Kontrollen in Mecklenburg-Vorpommern wurden erneut Spuren von Tiermehl in Rinderfutter entdeckt. Es habe sich um eine geringe, aber verbotene Menge gehandelt, teilte das Schweriner Landwirtschaftsministerium mit. Das Werk, dessen Name nicht genannt wurde, müsse jetzt mit einer Ordnungsstrafe rechnen. Auch in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen hatten Kontrollen geringe Mengen von Tiermehl in Rinderfutter aufgedeckt.

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