Zur Ausgabe
Artikel 22 / 67

Häuser Schleswig-Holstein will weniger Gebäude dämmen

aus DER SPIEGEL 46/2021

Schleswig-Holstein drängt auf einen Systemwechsel in der Gebäudepolitik. »Wir müssen uns beim Dämmen viel gezielter auf die Gebäude konzentrieren, wo es am meisten bringt«, sagt Landesbauministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU). Statt überall zu sanieren, plädiert sie dafür, verstärkt mit Erneuerbaren Energien zu heizen. »Dazu brauchen wir mehr Strom aus Sonne und Wind.« Das könne dazu beitragen, dass Deutschland klimaneutral werde. Darüber hinaus will sie Vermieter mit 20 Prozent am CO2-Preis beteiligen. In einem Beschlussvorschlag für die Bauministerkonferenz kommende Woche plädiert Schleswig-Holstein dafür, die »einseitige Ausrichtung an der Gebäudedämmung« aufzugeben. Laut Sütterlin-Waack ist verstärktes Dämmen nur bei etwa 30 Prozent der Häuser sinnvoll. Der Aufwand bei Häusern, die bereits einen guten Standard haben, sei zu teuer. Die Politikerin stellt sich damit gegen mehrere jüngere Studien, die beschreiben, wie die Klimaschutzziele zu erreichen sind. Alle sehen vor, mehr zu sanieren. Dem Bundesverband der Deutschen Industrie zufolge müssten jährlich etwa zwei Prozent der Gebäude energetisch saniert werden. Das wären doppelt so viele wie derzeit.

sep,sms
Zur Ausgabe
Artikel 22 / 67
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.