Schmiergeldskandal Manager des Bayerischen Roten Kreuzes müssen in Haft

In dem Prozess um den Schmiergeldskandal beim Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes sind jetzt zwei Urteile gefallen: Zwei Ex-Manager müssen wegen Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung für mehrere Jahre ins Gefängnis.


München - Der frühere Leiter des BRK-Blutspendedienstes, Adolf Vogt, 66, wurde zu fünf Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, der ehemalige BRK-Landesgeschäftsführer Heinrich Hiedl, 68, erhielt vier Jahre und zehn Monate.

Labor des BRK-Blutspendedienstes
DPA

Labor des BRK-Blutspendedienstes

Mit den Schmiergeldzahlungen erreichten die beteiligten Pharmafirmen, dass ihre Blutspendematerialien vom BRK zu überhöhten Preisen bezogen wurden. Der Schaden für Bayerns größte Hilfsorganisation wurde im Prozess auf rund 18 Millionen Mark beziffert. Bei seinem Urteil ging das Gericht davon aus, dass Hiedl seit Oktober 1995 mindestens 1,2 Millionen Mark und Vogt mindestens 1,85 Millionen Mark an Schmiergeldern erhalten haben. Bei Vogt seien noch Sachleistungen im Wert von 45.000 Mark sowie Reisen im Gesamtwert von 120.000 Mark hinzugekommen, hieß es in der Urteilsbegründung.

Die Urteile blieben deutlich unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Diese hatte für Hiedl acht Jahre und für Vogt neun Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung der Angeklagten hatte das geforderte Strafmaß als deutlich zu hoch bezeichnet. In dem fast viermonatigen Verfahren war eine Vielzahl von Zeugen gehört worden, darunter auch zwei Mitarbeiter einer Schweizer Pharmafirma.



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