Schreiber Schäuble hat "barbarisch gelogen"


Ottawa - Der Waffenhändler Karlheinz Schreiber hat dem ehemaligen CDU-Vorsitzenden Wolfgang Schäuble vorgeworfen, vor dem Berliner Ausschuss zur Untersuchung der Spendenaffäre unter Eid "barbarisch gelogen" zu haben. Schäuble müsse genau wissen, dass seine Darstellung der Übergabe von 100.000 Mark nicht haltbar sei, sagte Schreiber in der Nacht zum Dienstag in der kanadischen Hauptstadt Ottawa.

Er habe seinerzeit die Umstände der Spendenübergabe "ziemlich genau dokumentiert", sagte Schreiber. Aus seinen Tagebuchaufzeichnungen sowie Hotel- und Telefonabrechnungen gehe hervor, dass er an dem betreffenden Tag im September 1994 gar kein Treffen mit Schäuble gehabt haben könne. Schäuble will das Geld direkt von Schreiber erhalten haben.

Schreiber, dessen Auslieferung aus Kanada wegen angeblicher Steuerhinterziehung die Staatsanwaltschaft Augsburg betreibt, stützte erneut die Angaben der früheren Schatzmeisterin der CDU, Brigitte Baumeister. Deren Angaben vor dem Ausschuss am Montag, wonach sie die 100.000 Mark erst im Oktober von ihm abgeholt habe, sei korrekt, sagte Schreiber.



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