Schreiber Schäuble ist ein "Lügner"

Wenige Tage vor dem Auftritt von Wolfgang Schäuble vor dem Spenden-Untersuchungsausschuss hat sich wieder einmal Karlheinz Schreiber gemeldet. Der Waffenhändler bezeichnete den früheren CDU-Chef jetzt als "Lügner".


Wolfgang Schäuble
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Wolfgang Schäuble

Berlin/Toronto - Der in Kanada lebende Schreiber, eine der Schlüsselfiguren im CDU-Spendenskandal, wies Schäubles Angaben zur umstrittenen Übergabe einer 100.000-Mark-Spende von ihm erneut als unwahr zurück. "Im Lügen hätte (der ehemalige CDU-Ministerpräsident von Schleswig-Holstein) Barschel locker bei Schäuble Nachhilfeunterricht nehmen können", sagte Schreiber.

Schäuble und die ehemalige CDU-Schatzmeisterin Brigitte Baumeister werden zunächst am Montag im Mittelpunkt der Befragungen stehen. Auch der ehemalige Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion, Joachim Hörster, sowie der Thyssen-Manager Jürgen Maßmann werden gehört. Möglich ist auch einen Gegenüberstellung von Schäuble und Baumeister.

Die CDU kritisierte dieses Vorgehen als "überflüssig". Die SPD warf unterdessen der Union vor, sie sei an Aufklärung überhaupt nicht interessiert. Bei den vorangegangenen Aussagen der beiden CDU- Politiker waren widersprüchliche Angaben deutlich geworden. Schäuble hatte erklärt, er habe eine 100.000-Mark-Spende Schreibers im September 1994 direkt von diesem und nicht über Baumeister erhalten. Baumeister und Schreiber bestreiten diese Version.

"Eine neue Vernehmung bringt keine neuen Erkenntnisse", glaubt der CDU-Obmann Andreas Schmidt. Beide hätten bereits ausführlich ausgesagt. "Es ist unerheblich, wie dieses Geld dahin gekommen ist", behauptete er. Die Spende sei nicht ordentlich verbucht worden. Das stehe fest, und damit sei dieser Punkt aufgeklärt. Nun gehe es der SPD und den Grünen nur darum, ein "politisches Spektakel" zu veranstalten, meinte Schmidt.



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