Schröder "Das Internet ist das Lernfeld der Zukunft"

Neben Sprachen und Natur- und Wirtschaftswissenschaften setzt Bundeskanzler Gerhard Schröder auf das Internet als neuen Schwerpunkt in der Schulausbildung. Auf dem Bildungskongress der Sozialdemokraten sprach er sich gegen Studiengebühren für das Regelstudium aus.


Gerhard Schröder auf dem Bildungskongress der SPD in Bonn
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Gerhard Schröder auf dem Bildungskongress der SPD in Bonn

Bonn - Da das Internet die Möglichkeit böte, das gesamte verfügbare Wissen für den Unterricht nutzbar zu machen, müsse dieses Medium mehr in den Unterricht integriert werden, so Schröder. Ein konkretes Konzept für einen Einbau des World Wide Web in den Schulunterricht nannte er aber nicht.

Die Qualität der Bildung hat Schröder als eine der zentralen Fragen des beginnenden 21. Jahrhunderts bezeichnet. Zugleich forderte er Chancengleichheit, da es sich Deutschland nicht nur aus sozialen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht leisten könne, auch nur ein Talent ungenutzt zu lassen.

Die angekündigte Aufstockung des Bafög bezeichnete Schröder als Dividende der Sparpolitik der Bundesregierung. Jeder junge Mensch, der dazu willens und fähig sei, solle unabhängig vom Elternhaus ein Studium aufnehmen können. Der neue Bafög-Satz entspreche den wirklichen Lebenshaltungskosten. Wichtig sei auch die Gleichstellung Studierender aus West- und Ostdeutschland und die Ausweitung der Förderung von Studien im Ausland. Durch die Reform werde der Satz der Geförderten aus Arbeitnehmerhaushalten von unter 15 auf deutlich über 20 Prozent steigen. Schröder sprach sich zudem entschieden gegen Studiengebühren für das Regelstudium aus.

Zur Frage der Schulzeit äußerte sich der Kanzler pragmatisch: Man sollte akzeptieren, dass es Menschen gebe, die schneller lernten. Es müsse daher möglich sein, das Abitur neben der bestehenden Form auch nach nur zwölf Jahren erreichen zu können.

Zur heutigen Ausbildung gehöre vorrangig die Förderung von Mehrsprachigkeit. In der globalisierten Welt sei Englisch heute "nicht mehr eine Fremdsprache, sondern ist eine Zweitsprache". Nötig seien aber auch sichere mathematische, naturwissenschaftliche und ökonomische Kenntnisse. Schröder befürwortete eine höhere Selbstverantwortung der Schulen, was aber auch den Anspruch auf professionelle Qualitätssicherung bedinge. Die Schulen müssten gegenüber der Gesellschaft Rechenschaft über ihre Leistungen ablegen.



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