Schröder-Rede "Deutschland beteiligt sich nicht am Irak-Krieg"

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich mit einer Rede an die Nation gewandt. Darin betonte er, Deutschland würde sich nicht am Irak-Krieg beteiligen. Gleichwohl werde man den Bündnisverpflichtungen nachkommen. Schröder sagte, der Krieg müsse so schnell wie möglich beendet werden.


Schröder: "Es ist eine falsche Entscheidung getroffen worden"
ARD

Schröder: "Es ist eine falsche Entscheidung getroffen worden"

Berlin - Schröders Rede zum Irak-Krieg wurde um 17.15 Uhr ausgestrahlt. Darin verurteilte der Kanzler den Krieg der USA und der Briten gegen den Irak. "Es ist eine falsche Entscheidung getroffen worden", sagte er. Dennoch wolle er sich nicht an Schuldzuweisungen beteiligen. Es komme darauf an, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden.

Schröder sprach sich erneut gegen eine deutsche Beteiligung an dem Feldzug aus. "Es bleibt dabei: Deutschland beteiligt sich nicht an diesem Krieg." Gleichwohl sei das Land zu humanitären Hilfen im Rahmen der Vereinten Nationen bereit. Schröder kündigte deutsche Flüchtlingshilfe an.

Er äußerte die Hoffnung, dass Deutschland einen Beitrag zu einer neuen Friedensordnung in der Golfregion leisten könne. Die Welt müsse so bald wie möglich wieder zurückfinden auf den Weg des Friedens, sagte Schröder.

Schröder sprach deutlich die Differenzen zwischen seiner und der US-Regierung an. Die Kritik an der amerikanischen Irak-Politik teile Deutschland mit dem französischen Präsidenten Jacques Chirac und dem russischen Staatschef Wladimir Putin. Schröder betonte, dass es sich um Meinungsunterschiede zwischen Regierungen handle, nicht um tiefgreifende Differenzen zwischen dem amerikanischen und dem deutschen Volk. Die Substanz der Gemeinschaft mit den USA sei nicht gefährdet.

Schröder kündigte an, Deutschland werde seinen Verpflichtungen im Rahmen des Nato-Bündnisses nachkommen. Details nannte er nicht.

Die deutsche Bevölkerung rief er auf, Ruhe zu bewahren. Die Friedenssicherheit in Deutschland sei nicht in Gefahr. Terroristische Anschläge könnten jedoch nicht ausgeschlossen werden. Polizei und Sicherheitskräfte hätten alle erdenklichen Sicherheitsbemühungen unternommen.



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