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Stefan Kuzmany

So gesehen Schröders Komplizen

Stefan Kuzmany
Eine Kolumne von Stefan Kuzmany
Das ganze Ausmaß der russischen Infiltration.
aus DER SPIEGEL 18/2022
Foto: Kay Nietfeld / dpa

Während der russische Angriffskrieg in der Ukraine andauert, drohen hiesigen Wegbereitern der Moskauer Aggression nun Konsequenzen. Wegen seiner reuelosen Lobbytätigkeit für russisches Gas soll der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder nach dem Willen seiner Kritiker aus der SPD austreten und mit EU-Sanktionen belegt werden. Gut so.

Vorher sollte allerdings den aufschlussreichen Äußerungen Schröders in der »New York Times« nachgegangen werden: »Sie haben das alle mitgemacht in den letzten 30 Jahren. Und plötzlich wissen sie es alle besser«, hatte er dort jüngst über den Einkauf von billigem russischem Gas gesagt. Wen meint Schröder mit »alle«? Hatte der Kanzler Komplizen?

Aus: DER SPIEGEL 18/2022

Die Schatten der Vergangenheit

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Offenbar wurden wir jahrzehntelang von naiven Marionetten Moskaus regiert. Während praktisch jeder klar denkende Mensch schon immer wusste oder jedenfalls heute weiß, dass »Wandel durch Handel« den russischen Aggressor auf lange Sicht nur noch aggressiver macht und dass statt windelweicher Ent- eine kernige Anspannungspolitik angebracht gewesen wäre, saßen im Kanzleramt reihenweise Leute, die sich von Russland einwickeln ließen: mit freundlichen Worten, mit angeblicher Abrüstung, mit dem Abzug aus Deutschland und der Wiedervereinigung.

Ein Skandalvideo von 2001 zeigt angeblich sogar den versammelten 14. Deutschen Bundestag beim stehenden Applaus nach einer Rede des russischen Despoten Wladimir Putin. Dabei kann es sich allerdings aus heutiger Sicht zwar nur um eine Fälschung handeln. Aber womöglich steckten noch mehr Deutsche im russischen Sumpf: Mehr als 30 Millionen mit Gasanschluss haben in den vergangenen Jahrzehnten womöglich von russischen Freundschaftspreisen profitiert. Sie sollten sich schämen.

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