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13. Mai 2019, 13:15 Uhr

Schwangere in Not

570 vertrauliche Geburten seit 2014

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Seit fünf Jahren ist die vertrauliche Geburt in Deutschland gesetzlich geregelt. Mehr als 2200 Frauen ließen sich in dieser Zeit beraten. Die Zahl der anonym abgegebenen Kinder stieg dennoch leicht an.

Im Mai 2014 trat das Schwangerenhilfegesetz in Kraft: Für Schwangere in Not sollte eine Beratungsmöglichkeit geschaffen werden, um zu verhindern, dass Frauen ihre Kinder unter schwierigen, womöglich lebensbedrohlichen Bedingungen allein und heimlich zur Welt bringen. Auch dass Mütter ihre Kinder aussetzen oder in eine Babyklappe geben, sollte die sogenannte vertrauliche Geburt überflüssig machen.

Was hat das Gesetz gebracht? Seit Inkrafttreten gab es in Deutschland 570 vertrauliche Geburten und über 2200 Beratungsgespräche. Das geht aus einer Analyse im Auftrag des Bundesfamilienministeriums hervor, die dem SPIEGEL vorliegt.

Von den beratenen Frauen entschieden sich demnach knapp ein Viertel zu einem Leben mit dem Kind, etwas mehr als ein Fünftel zu einer vertraulichen Geburt, 13,7 Prozent gaben ihr Kind zu einer regulären Adoption frei. Fast 12 Prozent der Frauen entschieden sich für einen Schwangerschaftsabbruch.

Rasanter Anstieg der anonymen Kindsabgaben konnte gestoppt werden

Die Analyse zeigt, dass der rasante Anstieg bei den anonymen Kindsabgaben gebremst werden konnte. Die Zahl wächst aber immer noch weiter leicht an. Im Jahr 2015 wurden 157 Kinder anonym abgegeben, im Jahr 2016 waren es 151 Kinder. Zuvor war die Zahl in den Jahren von 2003 bis 2013 von 46 auf 147 stark angewachsen. Hätte sich dieser Trend fortgesetzt, wären für die Folgejahre deutlich mehr anonyme Kindsabgaben zu erwarten gewesen, heißt es in dem Papier.

Dass etwa 20 Prozent der beratenen Frauen sich für eine vertrauliche (und damit medizinisch begleitete und rechtssichere) Geburt, und etwa 60 Prozent sich entweder für ein Leben mit dem Kind oder die Freigabe zur regulären Adoption entschieden, bewertet das Bundesfamilienministerium als positiv.

"Das Gesetz wirkt"

"Das Hilfetelefon 'Schwangere in Not' und die Beratungsangebote werden angenommen, das Gesetz wirkt", sagt Familienministerin Franziska Giffey (SPD). "Dieser große Erfolg ist Ergebnis harter Arbeit, darum möchte ich allen danken, die in der täglichen Beratung den Schwangeren Hilfe und Halt geben und damit Auswege und Perspektiven aufzeigen." Am Dienstag findet eine Jubiläumsfeier mit Experten und der Ministerin zu dem Thema statt.

Bei der vertraulichen Geburt werden die Daten der Mutter einmal von der Beratungsstelle aufgenommen und versiegelt. Das Kind wird zunächst in die Obhut des Jugendamts gegeben, über seine Unterbringung entscheidet ein Vormund. Wenn das Kind das 16. Lebensjahr erreicht hat, hat es das Recht, seine Herkunft und damit den Namen der Mutter zu erfahren - außer die Mutter kann triftige Gründe vorweisen, warum ihre Identität geheim bleiben muss.

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