Neue Minister Stillgestanden für von der Leyen 

Die Minister der Großen Koalition sind vereidigt und haben ihre Ressorts von ihren Vorgängern übernommen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wurde mit militärischen Ehren empfangen. Die Front der Soldaten schritt sie sehr professionell ab.

De Maizière und von der Leyen: Begrüßung mit Ehrenformation
DPA

De Maizière und von der Leyen: Begrüßung mit Ehrenformation


Berlin - Die Mitglieder der schwarz-roten Bundesregierung haben die Ministerien von ihren Vorgängern übernommen. Bei feierlichen Zeremonien stellten sich die neuen Amtsinhaber dem Personal in den Häusern vor, die bisherigen Minister verabschiedeten sich.

Die neue Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wurde in ihrem neuen Amt mit militärischen Ehren begrüßt. Sie übernahm das Ministerium am Bendlerblock in Berlin von ihrem Parteifreund Thomas de Maizière. Zur Amtseinführung schritten die beiden die Ehrenformation von Bundeswehrsoldaten ab. Der Weg zur Front der angetretenen Soldaten wird der neuen Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt über die Bundeswehr von General Wieker gewiesen. Links herum, rechts herum, dann wieder links, dann geradeaus an der Front vorbei und Augen links. Zweimal blinzelt von der Leyen kurz nach unten, um zu sehen, ob sie den Gleichschritt mit Wieker und de Maizière halten kann. Dann ist es geschafft. Zuvor hatte von der Leyen selbst ihr Amt als Arbeitsministerin an die SPD-Politikerin Andrea Nahlesübergeben.

Mit Frank-Walter Steinmeier (SPD) übernahm gleichzeitig der Nachfolger und Vorgänger von Guido Westerwelle (FDP) das Auswärtige Amt. Steinmeier war bereits in der ersten Großen Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zwischen 2005 und 2009 Außenminister.

Der Sozialdemokrat lobte seinen Vorgänger für die "Kultur der militärischen Zurückhaltung", die Westerwelles Amtsführung geprägt habe. Als Herausforderungen für seine Amtszeit nannte er die Europa-Entfremdung vieler Bürger und eine Entspannung des transatlantischen Verhältnisses, das durch die NSA-Affäre unter "erheblichen Stress" gekommen sei.

Steinmeier nutzte seine Rede auch für Kritik an der Ukraine-Politik von Russland, aber auch der EU. Es sei "empörend", wie die russische Politik die wirtschaftliche Notlage der Ukraine für sich genutzt habe. Allerdings habe die EU unterschätzt, wie die Ukraine mit der Entscheidung zwischen Russland und Europa überfordert sei.

Steinmeiers erste Auslandsreise im neuen Amt führt ihn bereits am Donnerstag nach Polen. Dort will er mit seinem Amtskollegen über die Situation in der Ukraine sprechen. Die Regierung in Warschau verstehe "mehr als fast alle anderen Europäer von der Ukraine", sagte der Minister bei der Amtsübergabe.

Am Morgen war Bundeskanzlerin Angela Merkel als Kanzlerin bestätigt worden, die Minister hatten ihre Ernennungsurkunden von Bundespräsident Joachim Gauck erhalten und waren im Bundestag vereidigt worden. Am Dienstagnachmittag steht die erste Kabinettssitzung an.

ade/AFP

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