Schwierige Mission Die Suche nach dem Dyba-Nachfolger


Fulda - Bis ein neuer Bischof für Fulda als Nachfolger von Johannes Dyba gefunden ist, kann es noch eine ganze Weile dauern. In die Suche sind diverse kirchliche Stellen involviert. Zu entscheiden haben aber schließlich die Geistlichen des Fuldaer Domkapitels, das ist ein Gremium aus Beratern des Bischofs. In der Regel dauert die ganze Prozedur etwa ein dreiviertel Jahr.

Vorschläge für Kandidaten können aus verschiedenen Bistümern auf dem Gebiet des ehemaligen Landes Preußen an den Papst gerichtet werden. Der Heilige Stuhl in Rom ist daran jedoch nicht gebunden, sondern stellt eine eigene Liste mit drei Vorschlägen zusammen. Aus diesen Kandidaten muss das Domkapitel dann den neuen Bischof wählen. Dem Domkapitel in Fulda gehören sechs Geistliche an - zwei Weihbischöfe und vier Vikare.

Die Entscheidungsfreiheit des Domkapitels kann jedoch erheblich eingeschränkt werden, wenn der Dreier-Vorschlag des Papstes etwa nur einen Kandidaten enthält, der dafür wirklich in Frage kommt. Zu einer solchen Konstellation wird gern ein Ausspruch des früheren Kölner Erzbischofs, Josef Kardinal Frings zitiert, der meinte, da würden ein Chinese und ein Koreaner genannt - und zusätzlich derjenige, den sich Rom wünsche.

Bis zur Neubesetzung des Bischofsstuhls verwaltet ein Diözesan-Administrator das Bistum. Er darf jedoch keine Handlungen vornehmen, die die Rechte des künftigen Bischofs berühren könnten. Das Bischofswahlrecht geht zurück auf das noch gültige preußische Konkordat (Staatsvertrag) vom 14. Juni 1929, das der Heilige Stuhl mit dem Land Preußen geschlossen hat, sowie auf das Reichskonkordat von 1933.



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