Euro-Kurs-Streit in CSU Seehofer stutzt Dobrindt

Als "Falschmünzer" bezeichnete Alexander Dobrindt den EZB-Chef Draghi und sorgte auch für seine Äußerungen über Griechenland für Empörung. CSU-Chef Seehofer stutzte seinen Generalsekretär jetzt zurecht: Den Begriff werde er nicht wiederholen, versicherte er.
Dobrindt (l.) und Seehofer: Rüffel vom Parteichef

Dobrindt (l.) und Seehofer: Rüffel vom Parteichef

Foto: Tobias Hase/ picture alliance / dpa

Berlin - CSU-Chef Horst Seehofer geht auf Distanz zu den massiv kritisierten Äußerungen seines Generalsekretärs Alexander Dobrindt zur Euro-Krise . Dobrindt hatte unter anderem den Chef der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, als "Falschmünzer" bezeichnet. "Ich denke, er wird diesen Begriff nicht wiederholen", sagte Seehofer der "Bild"-Zeitung.

Bayerns Ministerpräsident signalisierte Angela Merkel auch gleich die Unterstützung der CSU für ihren Kurs: "Wir unterstützen die Kanzlerin in ihrer erfolgreichen Politik der Euro-Stabilisierung seit drei Jahren."

Dobrindt hatte mit Attacken gegen Griechenland Verärgerung auch in den Koalitionsreihen ausgelöst. Merkel forderte Mäßigung in der schwierigen Phase der Schuldenkrise: "Jeder sollte die Worte sehr wägen." Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) forderte Seehofer auf, Dobrindt in die Schranken zu weisen.

Wegen der Streitigkeiten in der schwarz-gelben Regierung strebt Seehofer einen Koalitionsausschuss an: "Wir werden uns sicher im Herbst zusammensetzen und offene Fragen klären."

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) ermunterte die Kanzlerin, angesichts der Streitereien mit CSU-Politikern über die Schuldenkrise von ihrer Richtliniengewalt Gebrauch zu machen. Der "Leipziger Volkszeitung" sagte Haseloff: "Es ist die originäre Aufgabe der Bundeskanzlerin, mit ihrer Richtlinienkompetenz dafür zu sorgen, dass die Koalitionspartner eine Politik vertreten, die Deutschland außenpolitisch nicht beschädigt."

als/dpa/Reuters
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