Koalitionsverhandlungen Seehofer schließt Gespräche mit Grünen aus

Führende CDU-Politiker machen sich für ein Bündnis mit den Grünen stark, doch CSU-Chef Seehofer will definitiv keine Koalitionsverhandlungen mit der Partei. "Ich werde solche Gespräche jedenfalls nicht führen", sagt er im SPIEGEL. "Damit hat sich das."
CSU-Chef Seehofer: "Das hat mich aufgeregt wie schon lange nichts mehr"

CSU-Chef Seehofer: "Das hat mich aufgeregt wie schon lange nichts mehr"

Foto: Peter Kneffel/ dpa

Berlin - CSU-Chef Horst Seehofer schließt Koalitionsgespräche mit den Grünen klar aus. Als Begründung führt er im neuen SPIEGEL unter anderem den "Geist der Bevormundung" an, der die Politik der Grünen präge. "Dazu kommt die Vergangenheit von Jürgen Trittin und Volker Beck", sagt der CSU-Chef. Seehofer spielt damit auf die Vorwürfe gegen die beiden Spitzenpolitiker an, sie hätten sich in den Anfangsjahren der Grünen nicht stark genug von Bestrebungen abgegrenzt, die Sex mit Kindern entkriminalisieren wollten. "Das hat mich aufgeregt wie schon lange nichts mehr. Für mich ist da eine Grenze überschritten", so Seehofer.

Seehofers klares Nein zu Koalitionsverhandlungen mit den Grünen steht in offenem Gegensatz zu Äußerungen führender CDU-Politiker. Eine Reihe von Spitzenkräften aus der Schwesterpartei hat sich angesichts der Mehrheitsverhältnisse im neu gewählten Bundestag für ein schwarz-grünes Bündnis oder zumindest für Gespräche über eine mögliche Koalition ausgesprochen.

Seehofer hingegen fürchtet nach eigenen Angaben, dass jede Annäherung der Union an die Grünen rechte Extremisten stärken könnte. "Ich kann nur sagen, ein Flirt mit den Grünen, noch dazu in der jetzigen Besetzung, würde sofort den rechten Rand erstarken lassen. Wir sollten froh sein, dass die AfD nicht ins Parlament eingezogen ist", sagt er im SPIEGEL.

Seehofer betont außerdem, dass er noch vor Koalitionsverhandlungen mit der SPD eine Grundsatzeinigung mit der CDU im Streit um eine Pkw-Maut anstrebe. "Der inhaltliche Korridor einer möglichen Entscheidung wird klar sein, bevor sich CDU und CSU mit der SPD treffen", so Seehofer. Der CSU-Chef zeigt sich zuversichtlich, eine Einigung mit der Kanzlerin zu erzielen. "Sie werden sehen: Angela Merkel und ich haben es inzwischen zu einem Höchstmaß an Harmonie gebracht, was solche Entscheidungen angeht."

Nach Ansicht Seehofers stehen der CSU auch im Falle einer Großen Koalition drei Ministerien zu. "Darüber reden wir, wenn es so weit ist", sagt er zwar, ergänzt aber: "Wahr ist aber auch: Die CSU ist nicht schwächer geworden."

hmo