Gnädiger CSU-Chef Aigner bleibt Seehofers Kronprinzessin

Sie hat aufgemuckt gegen den Ministerpräsidenten und Parteichef, sie musste zurückstecken - nach dem Streit um die Kosten der Energiewende gibt sich Horst Seehofer seiner Wirtschaftsministerin gegenüber versöhnlich. Ilse Aigner sei "selbstverständlich" weiter seine mögliche Nachfolgerin.

Seehofer bei seiner Ankunft in Wildbad Kreuth: "Recht auf Pro und Contra"
DPA

Seehofer bei seiner Ankunft in Wildbad Kreuth: "Recht auf Pro und Contra"


Kreuth - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer zeigte sich bei seiner Ankunft in Wildbad Kreuth am Dienstagabend friedliebend. Nach der Konfrontation mit seiner Wirtschaftsministerin Ilse Aigner um die Energiewende versuchte er den Streit als normalen politischen Prozess herunterzuspielen: "Jeder Minister hat das Recht, dass seine Vorschläge mit pro und contra diskutieren werden. Das haben wir in einem sehr guten Klima getan." Auf die Frage, ob Aigner noch seine Kronprinzessin sei, sagte Seehofer: "Ja, selbstverständlich."

Aigner war zuvor mit ihrem Vorstoß zur Entlastung der Verbraucher von den hohen Energiewendekosten am CSU-Chef gescheitert. Die bayerische Wirtschaftsministerin hatte am Nachmittag nach einer Kabinettssitzung in München gesagt, ihr Vorschlag, die steigenden Kosten der Energiewende über einen Fonds zu finanzieren, werde "derzeit nicht weiterverfolgt".

Seehofer hatte bereits im Vorfeld deutlich gemacht, dass er nichts von diesen Plänen hält, die keiner nachhaltigen Politik entsprächen. Nach der Kabinettssitzung sagte Aigner, Vorrang hätten nun vielmehr die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und die Sicherstellung der Grundlastfähigkeit der Kraftwerke.

Umstrittenes Papier einstimmig angenommen

Die Auseinandersetzung brachte auch den Ablauf der traditionellen Winterklausur der CSU-Bundestagsabgeordneten in Kreuth durcheinander. Seehofer sagte einen für Dienstagnachmittag geplanten Auftritt in Kreuth kurzfristig ab, um die Kabinettssitzung in München bis zum Ende verfolgen zu können. Seine für Dienstag geplante Rede wurde auf Mittwoch verschoben.

In Kreuth hatte die CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt derweil die große Bühne erst einmal ganz für sich allein - und beharrte auf der viel kritisierten Warnung der CSU an ausländische Arbeitnehmer vor Missbrauch deutscher Sozialsysteme. Den Vorwurf, mit dem Slogan "Wer betrügt, der fliegt" die Politik von Rechtspopulisten zu betreiben, wies sie scharf zurück. "Ich habe überhaupt keine Veranlassung, mir einen solchen Hut aufzusetzen", sagte sie in Kreuth. Die CSU reagiere nur auf Hilferufe aus Städten und Kommunen, darunter auch aus der SPD.

Das umstrittene Papier, das den Slogan enthält, wurde am Dienstagabend in Kreuth förmlich beschlossen. Der Entwurf sei ohne Änderungen einstimmig angenommen worden, teilte Hasselfeldt mit. Bei nachweislichem Sozialleistungsbetrug müssten die Verursacher nicht nur ausgewiesen, sondern ihnen auch die Wiedereinreise verwehrt werden, fordert die CSU.

sun/dpa

insgesamt 14 Beiträge
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Holzhausbau 07.01.2014
1. Oh?
Zitat von sysopDPASie hat aufgemuckt gegen den Ministerpräsidenten und Parteichef, sie musste zurückstecken - nach dem Streit um die Kosten der Energiewende gibt sich Horst Seehofer seiner Wirtschaftsministerin gegenüber versöhnlich. Ilse Aigner sei "selbstverständlich" weiter seine mögliche Nachfolgerin. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/seehofer-nennt-aigner-in-wildbad-kreuth-weiter-seine-kronprinzessin-a-942326.html
Vielleicht wäre Frau Aigner auch gut als Bahn-Vorstand geeignet. Profalla und Aigner haben das gleiche Niveau: Unterirdisch!
italianofan 07.01.2014
2. Seehofer wird wohl noch mächtiger
Zitat von sysopDPASie hat aufgemuckt gegen den Ministerpräsidenten und Parteichef, sie musste zurückstecken - nach dem Streit um die Kosten der Energiewende gibt sich Horst Seehofer seiner Wirtschaftsministerin gegenüber versöhnlich. Ilse Aigner sei "selbstverständlich" weiter seine mögliche Nachfolgerin. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/seehofer-nennt-aigner-in-wildbad-kreuth-weiter-seine-kronprinzessin-a-942326.html
--- wenn ich auch den Seehofer nicht mag. Er ist der einzige, der sich den anderen entgegenstellt Die Ilse, die hat in den letzten Jahren in der GROSSEN Politik, nicht gemacht was sie machen hätte sollen und nur profilieren, dazu fehlt ihr das Charisma. Ja die Frauen, die meinen immer, sie müssten es besonders gut machen und dabei, fallen sie über sich selber
Veterano48 07.01.2014
3. wer betrügt fliegt
Gut gebrüllt CSU. Ordert doch schon mal einen Airbus 380 in der Holzklasse für 800 Passagiere. Guten Flug!
norman.schnalzger 07.01.2014
4. Mädels
Joo mei, da Hoasti, der mog hald die Junga Diandl
awini 07.01.2014
5. übersetzt heißt das dann wohl ...
... der Horst hat der Frau Aigner sein "volles Vertrauen" ausgesprochen. :-)
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