Serie von Angriffen Unbekannte verprügeln Berliner NPD-Wahlkämpfer

Neukölln ist ein gefährliches Pflaster für rechtsextreme Politiker - am Samstag ist in dem Berliner Bezirk erneut ein NPD-Wahlkämpfer verprügelt worden. Es ist bereits die dritte Attacke auf einen Aktivisten der Partei im Vorfeld der Berlin-Wahl binnen einer Woche.
NPD-Bundeszentrale in Berlin: Drei Attacken binnen einer Woche

NPD-Bundeszentrale in Berlin: Drei Attacken binnen einer Woche

Foto: Michael Sohn/AP

Berlin - Am Ende entrissen sie ihm das Werbematerial: In Berlin ist ein NPD-Wahlkämpfer von Unbekannten attackiert worden. Der 24-jährige Kandidat für die Berlin-Wahl wurde am Samstagvormittag beim Verteilen von Wahlwerbung von fünf bis sechs Tätern niedergeschlagen, wie die Polizei mitteilte. Die Angreifer waren mit Sonnenbrillen und schwarzen Tüchern vermummt.

Anwohner hatten beobachtet, wie die Täter im Neuköllner Horst-Caspar-Steig weiter auf den am Boden liegenden Mann einprügelten und -traten. Nachdem die Zeugen laut nach der Polizei riefen, raubten die Täter dem Mann einen Beutel mit Wahlpropaganda-Material und flüchteten. Das Opfer tritt am 18. September als Kandidat der NPD für das Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlung Neukölln an.

Es ist der dritte Angriff auf Vertreter der rechtsextremen Partei in Berlin binnen einer Woche: Bereits in der Nacht zum Donnerstag wurde der Neuköllner Bezirksparlamentarier Jan Sturm verprügelt. Der 46-Jährige NPD-Mann wurde in der Nähe seiner Wohnung von fünf ebenfalls mit schwarzen Tüchern vermummten Männern vom Fahrrad gerissen. Anschließend schlugen die Täter mit Flaschen und Schlagstöcken auf Sturm ein und beschimpften ihn als Nazi. Der Bezirkspolitiker erlitt Schürfwunden und Prellungen, konnte aber ohne fremde Hilfe einen Arzt aufsuchen.

Weitaus gewaltfreier wurde am Freitagmittag ein weiterer Wahlkämpfer der NPD in Berlin angegriffen: Ein Unbekannter beleidigte laut der Polizei den 56-Jährigen in der Friedenauer Lauterstraße und entriss ihm Wahlkampfunterlagen. Anschließend flüchtete der Täter.

Im April hatte die rechtsextreme Partei im Berliner Wahlkampf Aufsehen erregt, weil sie Flugblätter mit Zitaten Thilo Sarrazins aus dessen umstrittenen Bestseller verteilte. Zuvor hatte Sarrazins Verlag der hessischen NPD gerichtlich untersagen lassen, das Buch in ihrem Kommunalwahlkampf einzusetzen.

fdi/dapd
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