Sicherheitspanne Geistig Verwirrter stand vor Merkels Haustür

Zweimal hat er es versucht, zweimal hatte er Erfolg. Ein geistig Verwirrter ist an den vergangenen Wochenenden zu Angela Merkels Wochenendhaus in der Uckermark vorgedrungen - einmal stand er der Kanzlerin gegenüber, einmal deren Mann. Wie gut wird die Regierungschefin geschützt?

Merkels Wochenendhaus in der Uckermark: Rund um die Uhr bewacht
DPA

Merkels Wochenendhaus in der Uckermark: Rund um die Uhr bewacht


Berlin/Hamburg - Regierungschefs zählen zu den am stärksten gefährdeten Personen der Welt. Sie werden in der Regel von Bodyguards so streng bewacht, dass ihnen weder Attentäter noch Verrückte nahe kommen können. Bei der deutschen Kanzlerin war dies allerdings in den vergangenen Wochen nicht immer der Fall.

Gleich zweimal ist ein Mann, der als geistig verwirrt gilt, Angela Merkel näher gekommen, als ihr und ihren Sicherheitsleuten lieb sein kann.

Es ist eine schwere Panne für das Bundeskriminalamt, das für die Sicherheit der Bundeskanzlerin verantwortlich ist: Dem Mann gelang es, sich Zugang zu Angela Merkels Wochenendhaus in der Uckermark zu verschaffen - und ihr persönlich gegenüberzutreten.

Das Gelände wird eigentlich mit einem Zaun gesichert und rund um die Uhr bewacht. SPIEGEL ONLINE erfuhr, dass der Mann trotzdem am vergangenen und vorvergangenen Wochenende auf das Grundstück gelangte. In beiden Fällen schaffte er es am Ende bis zur Tür des Hauses; einmal vormittags, einmal in der Nacht um circa 4.30 Uhr. In einem Fall stand Merkels Ehemann Joachim Sauer dem Mann an der Tür gegenüber - im anderen die Kanzlerin selbst.

Laut "Bild" wurde der Mann nach dem Zwischenfall am vergangenen Wochenende festgesetzt. Wieso dies nicht schon beim ersten Mal geschah, ist unklar - ebenso, wieso die Sicherungsmaßnahmen an dem Wochenendhaus versagten, in dem Merkel oft ihre Wochenenden verbringt und vom Regieren ausspannt.

Der Mann sei "hochgradig wütend auf die Kanzlerin, schreibt "Bild". Grund: Sie habe "offenbar seine an sie adressierten Briefe nicht persönlich beantwortet". Er sei schon vor wenigen Wochen vor der Wohnung der Regierungschefin in Berlin-Mitte aufgetaucht und damals von der Polizei abgewiesen worden.

SPIEGEL ONLINE wurden diese Informationen aus der Regierung bestätigt. Insidern zufolge ist der Mann 46 oder 47 und befindet sich derzeit in offener psychiatrischer Behandlung in Brandenburg.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE sind die Staatsanwaltschaft Neuruppin und das Polizeipräsidium Frankfurt/Oder mit dem Fall befasst. Die Behörden lehnten eine Stellungnahme jedoch ab.



insgesamt 50 Beiträge
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brux 26.10.2010
1. Na ja
Auch wenn die Foristen hier zur sarkastischen Hochform auflaufen, gilt doch, dass so etwas nicht passieren darf. In einer Demokratie müssen die gewählten Repräsentanten geschützt werden. Manche Bemerkungen hier zeigen, dass das Grundprinzip einer demokratischen Gesellschaft nicht verstanden wurde. Es geht in der Demokratie immer um den Prozess (also um die Regelhaftigkeit), nicht um das unmittelbare Ergebnis. Bezüglich letzterem weiss man ja, dass der Wähler sehr leicht zu beeindrucken ist.
muehle79 26.10.2010
2. Auweia.
Bei mir zu Hause kann auch jeder klingeln und einfach so vor der Tür stehen. Dann kann ich entscheiden, ob ich ihm öffne oder nicht. Und wenn ich das tue, kann ich auch entscheiden, ob ich mich mit ihm unterhalten will oder ob ich die Tür wieder schließe. Was für ein Sicherheitsrisiko... Warum erklärt man einen solchen Menschen dann gleich für psychisch krank? Bescheuert sind in diesem Staate andere. Z.B. auch diejenigen, die mitten Berlin öffentliche Gebäude, darunter auch die Amerikanische Botschaft am Potsdamer Platz mit farbigem Licht anstrahlen und dann einen Polizisten davor abstellen, der einem verbieten will, eben diese zu fotographieren. Dabei heiße ich nicht mal Google StreetView.
göpgöp 26.10.2010
3. sind
ihre Personenschützer auch 1 Euro Jobler?
maximixa 26.10.2010
4. starkes stück
Zitat von sysopZweimal hat er es versucht, zweimal hatte er*Erfolg. Ein geistig Verwirrter ist an den vergangenen Wochenenden zu Angela Merkels Wochenendhaus in der Uckermark vorgedrungen -*einmal stand er der Kanzlerin gegenüber, einmal deren Mann. Wie gut wird die Regierungschefin geschützt? http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,725379,00.html
nicht umsonst gibts ja in berlin die unterirdischen verbindungsgänge. obwohl, da sollen sich auch viele ungebetene gäste tummeln, so genannte lobbyisten lauern dort an allen ecken und kanten. bei aller politischer gegnerschaft, ein schicksalsschlag wie lafontain oder gar schäuble geschehen wünsche ich niemandem.
SystemZero 26.10.2010
5. ...
Soll der Jägerzaun auf dem Bild, der angesprochene "Sicherheitszaun" sein :D LOL
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