SPIEGEL-Umfrage Mehrheit sieht Gabriels Job bei der Deutschen Bank kritisch

Sein künftiger Job bei der Deutschen Bank bringt Sigmar Gabriel jede Menge Ärger ein. Laut einer SPIEGEL-Umfrage hält eine Mehrheit das Engagement für inakzeptabel.
Früherer SPD-Chef Gabriel: "Was denn dann?"

Früherer SPD-Chef Gabriel: "Was denn dann?"

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Christian Charisius/ dpa

Sigmar Gabriel konnte den Wirbel um seinen neuen Job nicht verstehen. Was denn Politiker nach ihrer Laufbahn überhaupt noch tun dürften, fragte der frühere SPD-Chef empört. "Sie sollen keine vorzeitigen Pensionen beziehen, sie sollen nicht zu Lobbyisten werden, und eigentlich sollen sie auch nicht in die Wirtschaft gehen. Was denn dann?"

Mit der Ankündigung seines künftigen Postens im Aufsichtsrat der Deutschen Bank war Gabriel auf heftige Kritik gestoßen. Er werde für seine politischen Kontakte bezahlt und beschädige damit die Glaubwürdigkeit der SPD, sagte etwa die sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete Cansel Kiziltepe. Gabriel solle offenbar "Cheflobbyist" der Deutschen Bank werden, sagte der frühere Grünenpolitiker und Finanzexperte Gerhard Schick.

Und auch in der Bevölkerung kommt Gabriels neues Engagement überhaupt nicht gut an. Laut einer aktuellen SPIEGEL-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey halten es mehr als 55 Prozent der Befragten für eindeutig oder eher inakzeptabel, dass Gabriel Mitglied des Aufsichtsrats wird. Lediglich etwa ein Drittel der Befragten ist damit grundsätzlich einverstanden.

Wenig überraschend: Vergleichsweise viel Unterstützung findet Gabriel bei Unions- und FDP-Wählern. Doch nur bei Wählern einer Partei spricht das Stimmungsbild deutlich für Gabriel. Es ist jene Partei, in der der frühere Spitzenpolitiker besonders polarisiert, in der viele froh sind, den einstigen Parteichef los zu sein: seine eigenen Genossen.

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kev