Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel fordert Mindestrente für Geringverdiener

Die Große Koalition brütet über einem Konzept, um die Renten langjährig Versicherter aufzustocken. Sigmar Gabriel plädiert im SPIEGEL bereits für ein einfaches Modell - vor allem mit Blick auf den Osten.
Rentnerpaar (Symbolbild)

Rentnerpaar (Symbolbild)

Foto: Felix Kästle/ dpa

Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel hat sich dafür ausgesprochen, bald eine Mindestrente für Geringverdiener einzuführen. "Wir brauchen ein einfaches Modell, das die Leute sofort verstehen ", sagt Gabriel in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL.

Wer mehr als 40 Jahre Vollzeit gearbeitet habe, solle im Alter mindestens 1000 Euro Rente haben. "Ich befürchte jedoch, dass die Koalition am Ende nur ein kompliziertes Modell beschließt, das viele Ausnahmen kennt und das niemand versteht", so Gabriel. (Lesen Sie hier die ganze Geschichteim neuen SPIEGEL .)

Am Donnerstag hatte die Große Koalition ein neues Rentenpaket auf den Weg gebracht. Darin enthalten sind ein Nachschlag bei der Mütterrente ebenso wie das Einfrieren des Rentenniveaus auf heutigem Niveau. Die Einführung einer Grundrente für langjährig Versicherte, die im Koalitionsvertrag verabredet war, findet sich darin nicht. Die SPD setzt sich dafür ein, das Projekt im nächsten Jahr anzugehen.

Schon im Jahr 2016 hatte Gabriel für eine Mindestrente geworben. Auch in der eigenen Partei war er damit auf Widerstand gestoßen. Bis heute hält er die Ablehnung für einen Fehler. "Ich begegne vielen Menschen, die 40 Jahre und mehr Vollzeit gearbeitet haben und mit deutlich weniger als 1000 Euro netto nach Hause gehen werden, vor allem in Ostdeutschland und dort, wo wenig verdient wurde", sagt er im SPIEGEL. "Da laufen uns die Leute in Scharen davon."

cos