Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel heuert bei US-Denkfabrik an

Vor einer Woche hat Sigmar Gabriel erklärt, dass er nicht für den Spitzenposten beim Verband der Automobilindustrie zur Verfügung stehe. Nun ist klar, welche "anderen Aufgaben" ihn davon abhielten.

Sigmar Gabriel als Berater: "Erfahrungen aus erster Hand nutzen"
Omer Messinger/ EPA-EFE/ REX

Sigmar Gabriel als Berater: "Erfahrungen aus erster Hand nutzen"


Sigmar Gabriel hat kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Bundestag einen neuen Job gefunden: Der frühere SPD-Chef wird Berater bei der US-Denkfabrik Eurasia Group. Als "Experte für europäische Angelegenheiten" werde Gabriel "Einblicke in die sich rasant verändernde politische Landschaft der Region" geben, teilte das Unternehmen mit Sitz in New York mit. Zuvor hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet.

Eurasia-Chef Ian Bremmer bezeichnete Gabriel in der Mitteilung als "Schlüsselfigur in europäischen und globalen Angelegenheiten". Er habe von dem Politiker "über die Jahre viel gelernt".

Das vom US-Politikwissenschaftler Bremmer gegründete Unternehmen hat sich auf internationale Politikberatung spezialisiert und beschäftigt unter anderem den früheren kanadischen Außenminister John Baird, Italiens Ex-Regierungschef Enrico Letta und den ehemaligen Premier Australiens, Kevin Rudd, als Berater.

Gabriel wird mit den Worten zitiert, er freue sich darauf, "meine Erfahrungen aus erster Hand zu nutzen, um Kunden dabei zu beraten, sich im aktuellen, herausfordernden geopolitischen Umfeld zu bewegen".

In den vergangenen Wochen war spekuliert worden, der frühere Vizekanzler und Außenminister werde neuer Präsident des Verbands der Automobilindustrie. Vor einer Woche erklärte er jedoch, dass er "aufgrund anderer Aufgaben" dafür nicht zur Verfügung stehe. Gabriel ist auch Vorsitzender der Atlantik-Brücke.

mes/AFP



insgesamt 100 Beiträge
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gratiola 12.11.2019
1. Was treibt mich um, wenn
Ich diese und ähnliche Nachrichten lese. Cuio bone? Wie kommt es, dass eigentlich drittklassige Personen immer wieder nahtlose gutdotierte Übergangsjobs von Amerikanern/Milliardären bekommen? Schlussendlich geht es in der Politik ni ht wirklich um Demokratie oder Mitsprache, sondern immer um Macht un Geld, viel Geld. Und so denke ich mir meinen Teil, wenn Herr Gabriel seine Blicke nach Osten schweifen läßt, denke an den Millionär J. Fischer wie er als angeblicher Pazifist seine Rede zum Start des völkerrechtlichen Bombenangriff auf Belgrad mit einen lügenhaften Ausschwitzvergleich "würzte". Anschließend hatte er eine Princonprofessur und Millionen auf dem Konto. Und so zieht man sich besser ins Private zurück und denkt sich sein Teil. Ansonsten ist man ganz schnell seinen Job und wird auf keinen Fall im Forum veröffentlicht.
eckawol 12.11.2019
2. Gabriel
Wenn er als Schlüsselfigur für seine Kunden das richtige Schlüsselloch findet, hat er seinen Job gut gemacht.
DrWaumiau 12.11.2019
3. Wäre ja mal nett gewesen...
...zu erfahren, was für eine Sorte Denkfabrik das denn ist. Aber sowas (bisschen Recherche) kann man vom Spiegel anscheinend nicht mehr erwarten, die Qualität der Texte, sowohl inhaltlich als auch formal (Fehler über Fehler!), nimmt monatlich ab (dafür wird die Werbung immer dicker und bunter). Naja, immerhin wissen wir jetzt, dass Herr Gabriel versorgt ist. Ist ja auch schön.
tayyipcik 12.11.2019
4. Dort kann er dann ertählen
Wie wichtig ein Teezeremonie für die Diplomatie ist. Seine Außenpolitik kann ich leider nir auf die Teezeremonie mit Çavuşoğlu reduzieren.
Newspeak 12.11.2019
5. ...
Der typische Politikerversorgungsjob. Kaum echte Gegenleistung, sicher fuerstlich entlohnt, und im Grunde sehr nahe an Korruption und Lobbyismus. Und die SPD fragt sich immer noch, warum man sie nicht mehr waehlen kann.
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