Große Koalition Gabriel wird neuer Regierung nicht angehören

Die Entscheidung ist gefallen: Sigmar Gabriel wird in der neuen Großen Koalition kein Minister mehr sein. Dies habe ihm die SPD-Spitze mitgeteilt.
Sigmar Gabriel

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Sigmar Gabriel wird der neuen Bundesregierung nicht angehören. Das teilte der Ex-SPD-Chef am Donnerstagmorgen in einem Schreiben mit. Andrea Nahles und Olaf Scholz hätten ihn darüber unterrichtet, dass er in der nächsten Großen Koalition keinen Ministerposten mehr haben werde, so Gabriel.

Er sei nach wie vor "direkt gewählter Abgeordneter des Deutschen Bundestages, aber nun endet die Zeit, in der ich politische Führungsaufgaben für die SPD wahrgenommen habe", schreibt Gabriel. In seiner knapp 30-jährigen politischen Laufbahn habe er 18 Jahre für Deutschland und die SPD in leitenden Funktionen gearbeitet: "Es war eine spannende und ereignisreiche Zeit, die mir große Chancen und Erfahrungen eröffnet hat, die weit über das hinausgingen, was ich mir als junger Mensch zu träumen gewagt hätte."

Gabriel war in der letzten Großen Koalition, die seit der Bundestagswahl geschäftsführend im Amt ist, zunächst Wirtschafts- und dann Außenminister. In letzterem Amt errang er zuletzt große Beliebtheit. In der SPD hatte er in seiner siebenjährigen Amtszeit und während der Zeit seines Nachfolgers Martin Schulz aber die Unterstützung verloren. Hintergrund waren seine Sprunghaftigkeit und die ständig drohenden Querschüsse. Diese dürften das neue Duo an der Parteispitze, Nahles und Scholz, auch dazu bewogen haben, Gabriel bei ihrer Ministerwahl nicht zu berücksichtigen.

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Gabriel verweist in seinem Statement auf die Rettung von mehr als 10.000 Arbeitsplätzen bei der Übernahme der Einzelhandelskette Kaiser's Tengelmann, seine Rolle bei der zur Wahl zweier Bundespräsidenten und die Befreiung deutscher Staatsangehöriger aus ungerechtfertigter Haft im Ausland. Er wünsche "der neuen Bundesregierung, meinem Nachfolger im Auswärtigen Amt und meiner Partei von Herzen Erfolg für die Bewältigung der vor uns liegenden großen Herausforderungen zum Wohle unseres Landes und zum Wohle Europas."

vme/cte
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