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27. Januar 2016, 07:02 Uhr

Streit über Talkshows

Gabriel will nicht mit radikalen AfD-Politikern diskutieren

Sigmar Gabriel will AfD-Politikern kein Millionenpublikum verschaffen - und lehnt deshalb gemeinsame Talkshow-Auftritte ab. In der Debatte um die Elefantenrunde in Rheinland-Pfalz kritisiert der SPD-Chef den SWR.

Die etablierten Parteien streiten über den Umgang mit der AfD. Nun hat auch SPD-Chef Sigmar Gabriel deutlich gemacht, dass er wenig Lust hat, sich mit Vertretern der Rechtspopulisten in eine Talkshow zu setzen.

Auf die Frage, ob er im Fernsehen mit AfD-Vertretern debattieren würde, sagte der Bundeswirtschaftsminister: "Das kommt auf die Person an. Wenn das einer ist, der die Todesstrafe wieder einführen will, um Leute wie mich an die Wand zu stellen, dann werde ich mich mit dem sicherlich nicht in eine Talkshow setzen. Solche Irren gibt es bei der AfD ja zuhauf", sagte Gabriel der "Rheinischen Post". "Wer, wie viele führende AfD-Mitglieder, die freiheitlich demokratische Grundordnung missachtet, dem verhelfe ich nicht zu einem Millionenpublikum."

Zuletzt hatte die Weigerung der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer eine heftige Debatte ausgelöst. Weil die SPD-Politikerin nicht an Talkshows mit der AfD teilnehmen will, hatte der Südwestrundfunk (SWR) nur die Spitzenkandidaten der im Landtag vertretenen Parteien zur "Elefantenrunde" drei Tage vor der Landtagswahl am 13. März eingeladen. Daraufhin sagte CDU-Spitzenkandidatin Julia Klöckner ab - die Runde steht damit vor dem Aus.

SWR-Chefredakteur Fritz Frey hatte das Verhalten scharf kritisiert: "Mich ärgert das Demokratieverständnis der Regierungsparteien", sagte er dem SPIEGEL. "Man möchte denen fast zurufen: Was seid ihr eigentlich für Schönwetterdemokraten, wenn ihr euch jetzt wegduckt, anstatt euch auf die Bühne zu begeben!"

Gabriel greift Intendant Peter Boudgoust an

Nun hat Gabriel wiederum den Umgang des Senders mit der AfD kritisiert: "Der SWR will hier ohne Not der AfD eine Plattform geben. Der Intendant des SWR hat seine eigene ursprüngliche Planung umgeschmissen und will nun alle Parteien einladen, die eine Chance haben, in den Landtag zu kommen. Was ist denn das für ein Kriterium? Dann muss die FDP, wenn sie bei 5,1 Prozent steht, eingeladen und bei 4,9 Prozent wieder ausgeladen werden", sagte der SPD-Vorsitzende.

Und Gabriel legte nach: "Das ist im Übrigen derselbe Intendant, der im vergangenen Jahr seine Journalisten angewiesen hat, bei der AfD nicht mehr den Zusatz rechtspopulistisch zu verwenden. Der hat keinen klaren Kompass und ruft jetzt 'Haltet den Dieb' und zeigt auf die Parteien."

syd/dpa

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