CO2-Ausstoß bis 2020 Gabriel rückt von Klimazielen ab

Umweltministerin Hendricks und Wirtschaftsminister Gabriel streiten über den Klimaschutz. Sie will Kraftwerke schließen, er will Jobs erhalten - und er könnte dafür nach SPIEGEL-Informationen sogar seine Ziele verschieben.
Kohlekraftwerk Mehrum: Schließen fürs bessere Klima oder Jobs erhalten?

Kohlekraftwerk Mehrum: Schließen fürs bessere Klima oder Jobs erhalten?

Foto: Julian Stratenschulte/ dpa

Hamburg - Bis zu 20 Kohlekraftwerke stehen auf dem Spiel, wenn die Bundesregierung ihr selbst gestecktes Klimaschutzziel erreichen will - nämlich den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. Doch um den Fahrplan ist ein Streit zwischen Bundeswirtschafts- und Bundesumweltministerium entbrannt.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) sucht nach SPIEGEL-Informationen eine Möglichkeit, um ein allzu schnelles Abkoppeln der Kraftwerke vom Netz zu vermeiden. Es sei "eine Illusion zu glauben, Deutschland könne gleichzeitig aus der Kernkraft und der Kohle aussteigen". Gabriel könnte sich den Informationen zufolge auch eine Verschiebung des Aktionsprogramms Klimaschutz vorstellen, das am 3. Dezember im Kabinett eingebracht werden soll.

Umweltministerin Barbara Hendricks wiederum hält an der Selbstverpflichtung fest: "Wir wollen Vorreiter sein in der Welt. Wir werden die 40 Prozent nicht erreichen, wenn wir nicht weitere Maßnahmen ergreifen." Dazu gehöre auch das Abschalten von Kohlekraftwerken.

Unterstützung findet Gabriel bei der Industriegewerkschaft IG BCE. Vorsitzender Michael Vassiliadis: "Unsere erste Priorität war der Ausstieg aus der Kernenergie, und das könnte bedeuten, dass wir das Klimaziel von 40 Prozent weniger CO2 um ein paar Jahre verpassen werden."

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