SPD-Stimmen zu Gabriel "Im Moment besteht überhaupt kein Grund, zu spekulieren"

Es gärt in der SPD, Rücktrittsgerüchte um Sigmar Gabriel sorgen für Irritation. Die Parteispitzen stellen sich demonstrativ hinter den Vorsitzenden. Auch der Urheber der Gerüchte äußert sich erneut.

Sigmar Gabriel
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Sigmar Gabriel


Wer soll Kanzlerkandidat der SPD werden? Und steht Parteichef Sigmar Gabriel gar vor dem Rücktritt? Wilde Gerüchte irritieren die SPD, führende Genossen dementieren.

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley sagt, für Spekulationen über einen angeblich kurz bevorstehenden Rücktritt Gabriels gebe es keinen Grund. "Er ist ein sehr guter Vorsitzender und im Moment besteht überhaupt kein Grund, herumzuspekulieren", sagte sie am Montag dem Sender NDR.

Auch NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) schloss sich den Solidaritätsadressen an. Sie betonte, dass der Parteivorstand der Sozialdemokraten geschlossen zum Vorsitzenden Gabriel stehe. Zu dem am Sonntag vom "Focus"-Herausgeber Helmut Markwort verbreiteten Gerücht, Gabriel könnte sein Amt aufgeben, meinte Gabriels Stellvertreterin Kraft, das sei "dummes Zeug".

Gabriel selbstkritisch, Markwort legt nach

Auch der Parteichef selbst hatte die Spekulationen als Unsinn zurückgewiesen. In einer programmatischen Rede zur Ausrichtung der SPD am Montag äußerte sich Gabriel nicht zu den Gerüchten. Allerdings zeigte sich Gabriel, was den Zustand der SPD angeht, selbstkritisch: Dass nur noch 32 Prozent der Deutschen der SPD Kompetenz in sozialer Gerechtigkeit zutrauen, sei ein "Alarmsignal", so Gabriel. Die Partei müsse sich fragen, ob sie "den Gerechtigkeitshunger unserer Gesellschaft begreife.

Video: Sigmar Gabriel spricht von "Alarmsignal"

Zu der Meldung, dass ein SPD-Spitzenkandidat erst nach der NRW-Wahl 2017 gekürt werden solle, sagte SPD-Vize Thorsten Schäfer-Gümbel, über den Kanzlerkandidaten werde die Partei "Ende des Jahres oder Anfang nächsten Jahres entscheiden".

Meinungskompass

Am Montag meldete sich "Focus"-Mann Markwort erneut in der Causa Gabriel. Er sieht sich als Werkzeug in SPD-internen Machtspielen. Womöglich seien die Informationen gezielt über ihn lanciert worden, um einen Machtwechsel in der SPD zu verhindern, so Markwort zur Nachrichtenagentur dpa. Er könne "nicht ausschließen, dass dieser Rücktrittsplan zerstört werden sollte". Markwort schob nach, der Personalwechsel sei "auf keinen Fall" vom Tisch.

cht/amz/dpa

insgesamt 140 Beiträge
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tomxxx 09.05.2016
1. Es ist so leicht, die Luft aus dem Ballon zu lassen...
(und die ist ja nicht mal warm!) Die Tatsache, dass die SPD mit den Umfragewerten eigentlich keinen Kanzlerkandidaten aufstellen braucht (die FDP wurde dafür auch mal verlacht), dass diese Umfragen mit Gabriel auch nicht besser werden... dann kann man vielleicht den nächsten Hoffnungsträger schon mal jetzt verbrennen. Aber am Ende bleibt das alles egal, die SPD als Transferleistungsempfänger-Lobby mit dem Anspruch die Werktätigen zu vertreten, da steckt die Lebenslüge schon im System!
troy_mcclure 09.05.2016
2.
Solange Merkel ihm nicht ihr vollstes Vertrauen ausspricht, passiert nichts,
joey55 09.05.2016
3.
Ich denke, dass das Markwort-Interview Gabriel noch einmal gerettet hat. Zudem mangelt es der SPD an Personal, das sich diesen Posten zumuten möchte oder dafür geeignet ist. Herr Steinmeier ist dafür nicht nah genug an der Basis und Frau Nahles ist kompetenzfrei und zu weit links.
EM52 09.05.2016
4.
Zitat von troy_mcclureSolange Merkel ihm nicht ihr vollstes Vertrauen ausspricht, passiert nichts,
Der war gut. Solang die SPD selbst nicht weiß, wer es in Zukunft richten soll, passiert da auch nichts.
usmc-sergeant 09.05.2016
5. Gut so !
Die "Parteispitzen " stellt sich hinter den Vorsitzenden, bis zum Endsieg 2017 . Weiter so Genossen ! Dann seid ihr endlich mal weg vom Fenster der Kanzlerin und winkt andauernd mit ihr gemeinsam erfolglos von OBEN den Bürgern zu, während die Ultrarechte in ganz Europa die Messern wetzen.
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