Früherer SPD-Chef Gabriel spricht sich für Merkel als EU-Ratspräsidentin aus

Sie "ist die Beste für diese Aufgabe": Angela Merkel schließt bislang aus, nach Brüssel wechseln zu wollen. Der frühere SPD-Chef Gabriel würde die Kanzlerin dennoch gern in der Position der Ratspräsidentin sehen.

Kanzlerin Merkel und der frühere SPD-Chef Gabriel
Swen Pförtner/DPA

Kanzlerin Merkel und der frühere SPD-Chef Gabriel


In Brüssel wollen die EU-Regierungschefs darüber beraten, wer künftig die Führungsposten übernimmt. Wenn es nach dem ehemaligen Außenminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel geht, dann sollte auch Kanzlerin Angela Merkel künftig ein wichtiges EU-Amt übernehmen. Gabriel sprach sich dafür aus, dass Merkel Präsidentin des Europäischen Rates wird und damit die Nachfolge von Donald Tusk antritt.

"Die deutsche Kanzlerin ist derzeit neben dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem Sozialdemokraten Frans Timmermans die einzige Persönlichkeit, die das Gewicht Europas in der Welt kennt und bereit ist, es auch gegen heftige Widerstände zu verteidigen", schreibt Gabriel in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt". Merkel würde die langjährige Erfahrung einer Regierungschefin in den Europäischen Rat einbringen, heißt es in Gabriels Text.

"Politisch befinden wir Europäer uns mitten in einem Wettbewerb zwischen den liberalen Demokratien und den autoritären Angeboten auf der Welt", schreibt Gabriel weiter. "Um diesen Wettbewerb zu bestehen, muss Europa seine Besten aufbieten. Angela Merkel ist die Beste für diese Aufgabe."

Die Staats- und Regierungschefs der EU beraten an diesem Donnerstag über die neue Führung der Europäischen Union. Bei dem Personalpaket geht es um die Nachfolge von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker sowie um vier weitere Spitzenposten. Merkel hatte einen Wechsel nach Brüssel zuletzt allerdings ausgeschlossen.


Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hieß es, Sigmar Gabriel spreche sich dafür aus, dass Angela Merkel den Posten der EU-Kommissionschefin übernehmen sollte. Tatsächlich würde er die Kanzlerin gern im Amt der EU-Ratspräsidentin sehen. Wir haben die entsprechenden Stellen korrigiert.

asc/dpa



insgesamt 95 Beiträge
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Semmelbroesel 20.06.2019
1. Ach Gottchen...
..lasst doch Madame ihre verdiente Rente geniessen. Frau Merkel hat in der Politik nichts mehr verloren,sie sollte zu ihrem Wort stehen (das erste Mal) und nach ihrem Abgang für kein politisches Amt mehr zur Verfügung zu stehen.
Newspeak 20.06.2019
2. ...
Damit Europa derselbe Stillstand droht, wie Deutschland? Nein, Danke. Dann lieber Macron und eine neue franzoesische Revolution, die Europa wirklich vereint.
EinMüllergehtNoch 20.06.2019
3. Warum soll das uns interessieren
wen Gabriel gerne wo sieht ? Ich seh z.B. Gabriel gerne hinterm Mond, zusammen mit Frau Merkel beim Kartoffelanbau...
gldek 20.06.2019
4. Wer Weber wählt, bekommt Merkel
Da kann man sich die Wahlen ja gleich sparen. Das Postengeschachere ist mit Demokratieverständnis nicht vereinbar.
burlei 20.06.2019
5. Merkel als Nachfolgerin Junckers?
Ich wusste gar nicht, dass Gabriel so ein EU-Gegner ist. Emmanuel Macron und Frans Timmermans, ja, die könnten die EU voran bringen, Reformen durch setzen, aber Merkel? Ausgerechnet Merkel, die außer aussitzen und blockieren bisher jede neue Idee, jede Reform ge- und zerstört hat? Nein, bitte nicht! Aber sie kann doch höchstens die Stimmen derer bekommen, die man als Gegner der EU bezeichnen könnte. Von daher wird sie wohl keine Chancen haben.
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